Wie gehabt folgte nach dem Frühstück eine weitere Erkundung der Insel. Unser erstes Ziel an diesem Tag war die Stadt Pylonas, welche in der unmittelbaren Nähe von Lindos liegt. An diesem Ort gab es einige mykenische Gräber zu besichtigen. Leider waren die Grabzugänge stark verwachsen, so dass wir uns doch nicht in das Innere wagten, denn es könnten ja irgendwo Spinnen und Schlangen lauern. Also fuhren wir weiter über Laerma zum Kloster Mon Tharie, welches wir aber nur von außen besichtigten, denn es war das Betreten nur mit geschlossener Kleidung möglich, und wir hatten luftige Sommerkleidung an. Außerdem durfte man nur mit Führung hinein, was mir aber weniger Freude bereite hätte. Wie wir dann später erfuhren, hätte man uns etwas zum drüber ziehen gereicht, aber so interessant war das Klosterinnere dann sicher doch nicht. In der Zwischenzeit verdunkelte sich der Himmel stark durch die aufkommenden grauen Wolken, und ich verspürte sogar einige Regentropfen während unserer Klosterbesichtigung.
Davon unberührt machten wir uns auf in Richtung Südküste, auf der Suche nach der antiken Stadt Vrolia und der Erkundung des eigentlich nicht richtig zur Insel gehörenden Teiles Prasionissi, das gelegentlich von der Flut von Rhodos abgeschnitten wurde.
Als wir dann am Strand ankamen, gingen wir zu Fuß einer steinigen, felsigen Küstenstrasse entlang, wo wir mit den Unschönen Seiten der Insel Bekanntschaft machten. Auf Wiesen und den Stränden lagen überall Müllberge, ja selbst im Meer trieben verschiedene Teile umher, wie Schuhe, Reste von Tischen u. Stühlen.
Mangels Wegweiser, was scheinbar auf dieser Insel zur Normalität gehört, wussten wir noch nicht genau, wo wir die antike Stadt finden könnten. Vor uns tat sich ein Felsen auf, den wir erklommen, und wenig später mit der doch noch zwischen den Wolken herausragenden Sonne im Nacken entdeckten wir die ersten Mauerreste der Stadt, die sich auf dem Hügel über eine große Fläche ausbreitete. Auf dem Weg dorthin sammelte mein Schwesterlein einige Tonscherben auf.
In der Zwischenzeit verschwandt die Sonne wieder hinter dunkelgrauen Wolken, und ab und zu konnte man Donnergeräusche von einem sich anbahnenden Gewitter hören. Nichts mit den vielen sonnigen Tagen der Sonneninsel. Nun ging es wieder abwärts über den manchmal überfluteten Strand, wo sich das Ausmaß der Vermüllung erst richtig zeigte. Zusätzlich zum Müll hatte das Meer Mengen von Algen angeschwemmt. Während des Weges sammelte meine Schwester einige Muscheln aus dem Meer auf, und wir bewegten uns weiter hinauf auf die Anhöhe in Richtung Prasionisi. Hier führte eine sandige, mit vielen großen Rinnen vorhandene Straße hinauf. Wir entdeckten eine kleine Hütte und neben ein Steingrab mit einem Kreuz. Auf der Anhöhe befanden sich etliche Figurenähnlich zusammengelegte Steinhaufen. Eigentlich wollten wir weiter an das Ende der Insel, aber der blitzartig auftretende Regen zwang uns zur Umkehr. Regen sollte ja auf der Insel selten sein, doch Ausnahmen gibt es ja scheinbar immer wieder, was wir unfroh über uns ergehen lassen mussten.
Als wir einen Teil des Weges zurück fuhren, mussten wir unerwartet einen Halt einlegen. Eine Armee aus lauter Ziegen überquerte wohlgemut die Straße, es schien schier kein Ende zu nehmen. Als das letzte Tier die Straße verlassen hatte, ging es über die Westküste, weiter durch das Inselinnere zurück nach Kolymbia, wo wir unter anderem ein Dorf namens Vati entdeckten.
Kurz vor Kolymbia führte uns unsere Reise noch zum Kloster Iera Moni Panagias auf einem 300 Meter hohen Felsengebirge liegend, welchen man vom Hotel aus gut sehen konnte. Laut Reiseführer sollte eine gut ausgebaute Straße hinauf auf den Berg führen, wir aber fanden nur eine etwas holprige, steinige Straße vor. Oben angelangt parkten wir auf einer sehr schrägen Fläche, sodass ich schon befürchtete, das Auto könnte umkippen. Über 305 Stufen, die etwas weiter auseinanderlagen, erreichten wir dann das Kloster. Während des etwas mühsamen Aufstieges wurden wir mit wunderschönen Aussichten auf das Meer und die Umgebung belohnt. Das Wetter war zu dieser Zeit wieder sehr schön und warm und wenige Wolken bedeckten den Himmel, sodass die Sonne wieder ungehindert ihre Strahlen herunterschicken konnte.
Vom Kloster selbst hatte man einen wunderbaren Ausblick auf die Hotelanlagen, den Strand u. die Stadt Kolymbia. Auf dem Berg selbst befanden sich neben dem Kloster etliche Funk u. Satellitenantennen.
So wurde aus dem Anfangs verregneten, doch noch ein schöner sonniger Urlaubstag.
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