Die nächste Erkundung der Insel führte uns ins Tal der 7 Quellen – Epta Piges, welches auch nicht sehr weit vom Hotel entfernt lag. Es ging durch kurvenreiche schöne Straßen mit üppiger Vegetation ins Inselinnere. Diese Straße war anders als auf der Hauptstrecke verkehrsarm, was mich natürlich erfreute. Während unserer Fahrt bemerkten wir einen Radfahrer, was an und für sich nichts Besonderes ist. Allerdings handelte es sich dabei um einen Gast aus unserem Hotel.
Nach einigen Minuten Fahrt parkten wir unser Auto am Straßenrand und wanderten über einen steinigen Waldweg etwas bergauf, vorbei an einem kleinen Bach in Richtung der 7 Quellen. Etliche Minuten später kamen wir auf einer großen Fläche an, bedeckt von Bäumen u. Sträuchern, indem sich ein Gasthaus befand. Im Wald vor dem Gasthaus war ein Wassertunnel, der etliche Meter unterirdisch verlief und ein paar Zentimeter Wasser führte. Wir aber gingen weiter auf der Suche nach den 7 Quellen und so führte uns der Weg vorbei an einem Bachbecken mit Quellen hinauf in das obere Tal, wo wir dann nahe einem Felsen hielten. Darunter befand sich ein kleiner Teich, nur von den Quellen war noch nichts zu sehen. Weiter oben entdeckten wir einige Ziegen, die munter drauflos spazierten. Weiter ging die Wanderung über einen steilen Weg. Etliche Fußschritte weiter eröffnete sich uns dann ein kleines Feld, umgeben von Olivenbäumen. Etwas weiter entfernt erblickte ich eine Geiß mit Geißlein, welches gerade von der Mutter gestillt wurde. Wir glaubten noch immer, die 7 Quellen seien irgendwo weiter oben. Wir mussten uns aber dann vom Gegenteil überzeugen lassen. Felder über Felder, mit Olivenbäumen, mehr fanden wir nicht. Auch die Blicke in den Reiseführer, den meine Schwester in der Hand hielt, halfen nicht viel. Auf den Bildern sah das alles ganz anders aus, viel mehr Teiche, Dämme u. dgl. Schließlich entschlossen wir uns, wieder talwärts zu marschieren. Als wir uns dann wieder in der Nähe des Gasthauses befanden, waren wir sehr überrascht, naja, ich zumindest. Auf einer Hinweistafel, die wir wahrscheinlich zuvor übersehen hatten, wurden wir fündig, sie zeigte in Richtung Gasthaus, wo sich nicht unweit der Teich mit den 7 Quellen befand und wo wir zu Beginn unserer Wanderung eigentlich achtlos verbeigegangen sind. „Das sollen die 7 Quellen sein?“ ich schaute meine Schwester etwas enttäuscht an, den die berühmten 7 Quellen war nichts anderes als kleine Quellen, die nebeneinander in einen Teich flossen. „Das finden wir ja bei uns in Österreich auch, im Reiseführer sah das alles viel toller aus!“ bemerkte ich, mit vorwurfsvollem Blick zu meiner Schwester. Aber dennoch war der Ausflug schön und auch sehenswert.
Ein wenig enttäuscht von diesem Reiseziel machten wir uns dann weiter auf den Weg. Die Fahrt führte uns tiefer in das Inselinnere hinein. Für unsere nächste Tour hatten wir uns den 2. Höchsten Berg der Insel Rhodos ausgesucht, den Profitias Illias, der stolze 798 Meter über den Meeresspiegel hinausragte. Die im guten Zustand, aber doch etwas schmale Höhenstrasse brachte uns dann zur höchsten, befahrbaren Stelle hinauf, die aber doch ein wenig tiefer als der ganze Berg lag. Hier hielten wir auf einem kleinen Parkplatz an, wo es eine kleine Kirche, die Agios Nikolaus Fourtouki, anzusehen gab. Aber zuerst erfrischten wir uns aus einem kleinen Brunnen, der sich gleich neben dem Parkplatz befand. Nach getaner Erfrischung und Erkundungen des Terrains ging es wieder talwärts, ebenso auf einer sehr schmalen Straße, die jedoch in den Kurven eine gewisse Schräglage aufzeigte, welches durch einen vor uns fahrenden Reisebus sehr deutlich zu erkennen war. In jeder Kurve neigte sich der Bus sehr stark, so das es den Anschein hatte, dieses Fahrzeug könnte jeden Moment umkippen. Er kippte gottlob nicht um, deshalb mussten wir aber mit geringer Geschwindigkeit hinterherfahren, den an ein Überholen war bei dieser Engen u. kurvenreichen Straßen nicht zu denken. Als wir dann endlich wieder im Tal angelangt waren, fuhren wir weiter über Embonas nach Kritina, wo ich unseren Mietwagen durch die engen, mit allerlei Fahrzeugen u. Menschen stark frequentierte Gassen navigieren musste. Dank meiner Schwester als Navigator blieb mir diese Anstrengung nicht erspart, obwohl es eine schöne, gut ausgebaute Umfahrungstrasse gab, wie sich später herausstellte.
Wenig später trafen wir in Kamiros Skala ein, um die schöne u. gut erhaltene Johanniterburgruine zu erkunden, mit Ausblick auf die Inseln Alina, Chalki u. Ataviros. Als wir aus unserem Auto ausstiegen, trauten wir unseren Augen nicht. Es kam uns genau der Radfahrer entgegen, den wir auf dem Weg zu den 7 Quellen gesehen haben. Wir schauten ihn etwas verwundert an und plauderten ein bisserl. Dann machten wir uns sogleich auf den Weg zur Ruine. Hier wurde unsere Aufmerksamkeit auf mehrere Inder gelenkt, die scheinbar hier allerlei verschiedene Arbeit verrichteten. Hier auf der Burgruine wimmelte es nur so von Touristen, aber das ist auf dieser Insel nichts Außergewöhnliches. Den Blick auf die nahegelegenen Inseln genossen wir, wenngleich die Aussicht durch etwas Nebel über dem Meer etwas trüb erschien. In der Zwischenzeit waren die Touristen verschwunden und wir machten uns dann auch auf den Weg in Richtung Auto. Als ich dann in Richtung Ausgang ging, bemerkte ich, wie mich scheinbar jemand verfolgte. Nachdem keine Touristen mehr vor Ort waren, konnte es sich nur um einen Arbeiter handeln. Ich hatte zwar ein komisches Gefühl, dachte mir aber vor lauter Begeisterung über dieses Bauwerk nicht viel dabei. Eine Tür etwas weiter links unten vom Eingang erregte meine Aufmerksamkeit und ich wollte erkunden, was es da zu sehen gab. Auf dem Weg dorthin entdeckte ich einiges an Werkzeug der Arbeiter, die Tür war aber verschlossen. Beim Rückweg saß plötzlich ein Inder neben dem Eingang, welcher eine ca. 50 cm lange Säge in der Hand hielt und mich komisch anblickte und nach einigen Sekunden der prüfenden Blicke fragte er mich auf Englisch:“Do you have 2 Euro for me?“ Etwas seltsam, aber was sind den schon 2 Euro? Ich gab sie ihm und erwiderte auf Englisch, das es heute sehr heiß sei. Aber irgendwie schien ihm das doch egal zu sein, er war scheinbar nur an den 2 Euros interessiert. Ich war dennoch froh, als ich dann diesen Ort verließ.
Unserer Fahrt führte uns dann nach Kamiros, in die Antike Stadt, wo es natürlich wie überall viel interessantes zu sehen gab. Nach reichlichen Erkundungen ging es dann weiter nach Filerimos, wo es die Akropolis, ein Kloster, Reste eines griech. Tempel u. eine byzantinische Ruine zu erforschen gab. Die Fahrt dorthin hatte es aber wie schon so oft auf dieser Insel in sich. Zuerst folgten wir dem Wegweiser, der uns auf eine Rundreise quer durch Filerimos brachte, teilweise wieder durch enge, verkehrsreiche Gassen. Immer wieder sahen wir den Berg mit dem Kreuz, wo wir hin wollten. Aber nirgends war so schnell eine Straße hinauf zu erblicken. Viel Zeit verging, bis wir uns endlich mehr durch Zufall den durch Hinweise, auf der richtigen Straße befanden. Oben angekommen schauten wir zuerst zu dem großen Kreuz, das einige Meter entfernt vom Kloster lag. Auf dem Weg dorthin machten wir Bekanntschaft mit einem Pfau, der uns stolz ein wenig folgte. Das große Kreuz, etwa 15 bis 20 Meter hoch war innen hohl und mit einer Wendeltreppe versehen, wo man scheinbar bis in die Spitze raufgehen konnte. Als ich ein paar Stufen erklommen hatte, drehte ich dann doch wieder um, da mir diese nicht besonders sicher vorkamen. Wir spazierten wieder retour und schauten uns die anderen Sehenswürdigkeiten an.Die Zeit verging bei solchen Ausflügen wie im Flug, und so machten wir uns dann wieder auf die Heimreise in Richtung Hotel.
Auch an diesem Tag war das Wetter sehr schön und natürlich sehr heiß.
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