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Ägypten - Reiseführer
Bevor sich der Ägypten-Reisende Gedanken über die Sehenswürdigkeiten des Landes macht, sollte ersich über 2 Dinge im Klaren sein, um in diesem Land zurecht zu kommen.
Erstens: Allgegenwärtig ist in Ägypten die „Tradition“ des „Bakschisch“, einer Art Trinkgeld. Für jedes Krümmen des Fingers wird es fällig. Um nicht den Unmut der Einheimischen auf sich zu ziehen, sollte man immer einen Vorrat an kleinen Scheinen parat haben.
Zweitens: Handeln Sie, was das Zeug hält!!! Wer nicht handelt, der ist nicht nur dumm, sondern auch fast unhöflich. Der Händler nimmt immer völlig überzogene Preise, das ist usus. Handeln Sie den Händler um mindestens die Hälfte, auch mal bis auf ein Drittel des Ausgangspreises herunter, lassen Sie sich nicht einchüchtern. Ein Feilschen ohne Kaufabsicht gilt jedoch als Beleidigung des Handelspartners.
Ein Aufenthalt in Kairo ist nichts für Weicheier, die Stadt bietet Gegensätze pur. Hier treffen die mittelalterliche Welt und die moderne westliche Welt in einem Durcheinander von Steinhäusern und modernen Bürohochhäusern, schicken Autos und Eselkarren aufeinander. Der Verkehr ist aus europäischer Sicht eine Katastrophe. Trotz des Chaos´ist Kairo absolut sehenswert, vor allem das islamische Kairo, eine Reise in die Vergangenheit. Bezirke wie Darb al-Ahmar sind voller winziger Gassen, Lehmhäuser, Imbissverkäufer. Neben Fußgängern bevölkern hier auch Ziegen, Kamele und Esel die Gassen, an jeder Ecke gibt es eine Moschee oder einen Basar. Und über allem liegt stets der stechende Geruch von Gelbwurz und Kreuzkümmel und Müll. Gesehen haben muss der Reisende in jedem Fall die Ibn Tulun-Moschee, das Mausoleum von Imam ash-Shafi'i, die Al-Ashar-Moschee (die Autorität in islamischen Glaubensfragen) und die Zitadelle, eine Ehrfurcht gebietende mittelalterliche Festung. Wer seine Feilschkenntnisse anwenden möchte, sollte dies im weit verzweigten Basar Khan al-Khalili tun. Auch für Museumsmuffel geht kein Weg am – auch etwas chaotischen -Nationalmuseum von Kairo vorbei.
Wem es in Kairo zu eng wird, der braucht nicht weit zu der Top-Sehenswürdigkeit Ägyptens: Gizeh mit den Großen Pyramiden, die zu den 7 Weltwundern zählen. Nicht einmal die unglaublichen Menschenmassen können das überwältigende Erlebnis der Bauwerke trüben. Nachbarn der Großen Pyramiden sind u.a. die Sphinx und eine Reihe kleinerer Pyramiden und Tempel.
Wer nach dem Besuch der Pyramiden noch nicht in Ehrfurcht erstarrt ist, der muss nach Luxor, errichtet an der Stelle des legendären „Hunderttorigen Theben“ mit den Tempeln von Luxor, Karnak, Hatschepsut und Ramses II. Am anderen Ufer liegt die nicht minder beeindruckende Totenstadt des alten Theben mit dem Tal der Königinnen und Königsgräbern im Tal der Könige. Auch die Totentempel, darunter der in einen Berg integrierte Tempel der Hatschepsut und das Ramasseum von Ramses II. liegen auf dem Weg.
Als Alexander der Große Ägypten erobert hatte, gründete er seine neue Hauptstadt Alexandra an der Mittelmeerküste. Heute kommt man hier von Kairo sehr bequem per Bus oder Zug her. Das Griechisch-Römische Museum beherbergt Relikte aus dem 3. Jahrhundert v.Chr. Das Römische Amphitheater wurde erst vor kurzem entdeckt. Es ist das einzige Amphitheater, das die Römer in Ägypten bauten. Die Katakomben von Kom ash-Shuqqafa sind die größte bekannte römische Grabstätte in Ägypten. Sie bestehen aus drei Stockwerken mit Gräbern, Kammern und Gängen.
Die Sehenswürdigkeiten Ägyptens lassen sich auch gut vom Schiff aus bewundern, Nilkreuzfahrten werden immer beleibter. Echte Nilschiffe sind sowohl Verkehrsmittel als auch Hotels. Die Schiffe werden wie Hotels durch Sterne klassifiziert. Abends kann man dem abendlichen Plätschern des Flusses am Schiffskörper zuhören, genießt die herrlichen Sonnenuntergänge und den Blick u.a. auf die Pyramiden.
Ägyptens Küste am Roten Meer ist der perfekte Ort für Strandurlaub und die Korallenbänke des Sinai zählen zu den besten Tauchgebieten der Welt. In Sharm El Sheikh finden Taucher und Schnorchler eine beeindruckende Unterwasserwelt mit Korallenbänken und farbenprächtigen Fischschwärmen. Zahlreiche Hotels, Bars, Cafes und Basare an der Uferpromenade lassen Sonnenanbeter selbst am späten Abend den Urlaub in vollen Zügen genießen. Ein beliebtes Sommerreiseziel ist auch Hurghada. Eher für junges Publikum bietet sich Dahab an. Hier findet man noch zahlreiche unberührte Strände und einzigartige Tauchreviere. Wer will, legt sich auf die Kissen in einem der Kaffeehäuser, raucht Wasserpfeife, spielt Backgammon oder Schach und hört ein bisschen Reggae-Musik.
Ein ganz besonderes Schauspiel ist ein Besuch des Suez-Kanals bei Port Said mit dem einzigartigen Blick auf die riesigen Schiffe, die anstehen, um in den Kanal einzufahren.
Assuan, Ägyptens südlichste Stadt, ist seit langem das ägyptische Tor zu Afrika und eine wohlhabende Marktstadt am Schnittpunkt der alten Karawanenwege. Der Nil ist hier, wie er vom Hochstaudamm und dem Nassersee hinunter strömt besonders malerisch, und die „feluccas“ zu beobachten, wie sie in der Abenddämmerung über den Nil gleiten, ist so ziemlich die bewegendste Reiseerfahrung, die man machen kann. Von Assuan lässt sich auch ein Besuch der 290 km südlich gelegenen Felsentempel von Abu Simbel mit den 4 berühmten Kolossalfiguren unternehmen.
Die Oase Dakhla liegt um die Städte Mut und Al-Qasr. Mut ist ein Labyrinth aus alten Gassen und Lehmhäusern, die sich an die Hänge eines Hügels klammern. Auf dem Hügel befinden sich die Ruinen einer alten Zitadelle, die früher die eigentliche Stadt darstellte. Der Ausblick von diesem Hügel über die mittelalterliche Stadt und die kahlen Felsen, Dünen und die Wüste im Hintergrund ist fantastisch. Um die Stadt herum liegen mehrere heiße Schwefelquellen. Auch das nahe gelegene Al-Qasr bietet mittelalterliche Atmosphäre mit den engen überdachten Gassen und den darin herumstreunenden Tieren. Viele der Häuser und Gebäude haben über dem Eingang einen Türsturz, der als Inschrift den Namen des Erbauers, des Hausbesitzers, das Datum und einen Spruch aus dem Koran trägt.
Auf den Spuren von Moses kann man mit einem Besuch des griechisch-orthodoxen Katharinenkloster am Fuß des Mosesberges wandeln. Man sollte sich früh am Morgen auf den gut zweistündigen Weg auf den Berg machen, wo Moses die Gesetzestafeln empfangen haben soll, und die schöne Aussicht genießen.
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