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Costa Rica - Reiseführer


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Christoph Kolumbus erreichte die Karibikküste von Costa Rica 1502. Er gab dem heute 51.100 km² umfassenden Land seinen Namen, der übersetzt „reiche Küste“ bedeutet. Kolumbus bezog sich dabei auf den Goldschmuck der Eingeborenen, aber der eigentliche Reichtum Costa Ricas ist seine Natur. Das Land ist nur etwas größer als Niedersachsen, aber es beherbergt 5 Prozent der weltweit bekannten Landtier- und Pflanzenarten, mehr als ganz Europa zu bieten hat.


Mit rund 350.000 Einwohnern ist San José, seit 1823 Hauptstadt, die größte Stadt Costa Ricas und vereint fast 10 Prozent der Gesamtbevölkerung. Mit dem Kaffeeboom nach 1840 wurde die bis dahin kleine Stadt reich und wuchs beständig. Der Ausbau geschah planmäßig, wovon bis heute der Schachbrettgrundriss zeugt. Parks, breite Straßen und Geschäftshäuser prägen den Innenstadtbereich; am Stadtrand befinden sich Elendsquartiere.


Als einziges Land Zentralamerikas hat Costa Rica eine überwiegend weiße Bevölkerung: Fast neun von zehn Costaricanern, die in Amerika als Ticos bezeichnet werden, sind Nachfahren spanischer Kolonisten. Die nächstgrößere Gruppe sind die Mestizen, die 7 Prozent ausmachen. Schwarze und Mulatten leben vor allem an der Pazifikküste. Es sind Nachfahren von Einwanderern aus Jamaika, die hierhin im 19. Jahrhundert kamen, um beim Eisenbahnbau oder auf den Plantagen Geld zu verdienen. Viele Angehörige dieser Minderheit, die etwa 3 Prozent ausmacht, sind englischsprachig. Nur noch 1 Prozent der Bevölkerung gehört zu den Indianern. Daneben gibt es eine asiatische Minderheit, deren etwa 70.000 Angehörige in den städtischen Zentren im zentralen Hochland leben.


Costa Rica setzt besonders stark auf das Konzept des Ökotourismus, der auch als sanfter oder nachhaltiger Tourismus bezeichnet wird. Ziel ist es, diejenigen Dinge des Raumes, die ihn zu einem touristischen Ziel werden lassen, durch den Fremdenverkehr nicht zu schädigen oder sogar zu zerstören. In Costa Rica beispielsweise werden viele Naturreisen unternommen. Folglich muss die Zahl der Touristen, die eine Regenwaldregion besucht, begrenzt werden, da sonst die Tiere gestört oder die Pflanzen zerstört würden. Auch auf eine komfortable Anreise muss mitunter verzichtet werden, da Straßenbau und der Motorenlärm unvereinbar mit den Grundsätzen des Ökotourismus sind.


Neben viel herrlicher Natur bietet Costa Rica auch viele Sportmöglichkeiten. Zum Baden laden die Strände an Karibik und Pazifik ein sowie die Swimmingpools der Hotels, die häufig auch für Nicht-Hotelgäste geöffnet sind. Pferde werden vielerorts vermietet, und Angler kommen vor allem in Puntarenas und an der Mündung des Rio Chirripó auf ihre Kosten und in der weltweit als Anglerparadies bekannten Barra-de-Colorado-Region. Golf spielen kann man in Puerto Limón und San José und wer Lust hat, kann auf einer Fiesta an einem Stierkampf teilnehmen, bei dem der Stier nicht getötet wird und keine Pferde benutzt werden, sondern die Zuschauer aktiv mitmachen und sich vom Stier in der Arena herumjagen lassen können.


Natur


Die Artenvielfalt Costa Ricas beruht auf der Vielfalt der Landschaftsräume. An der pazifischen wie an der karibischen Küste erstrecken sich Tiefebenen, die zum Teil mit Regenwald bedeckt sind. Die Niederschläge sind an der karibischen Küste sehr hoch und fallen fast gleichmäßig über das Jahr verteilt. Am Pazifik gibt es eine Trockenzeit von Januar bis April, die die Costaricaner als Winter bezeichnen.


Das Zentrum des Landes wird von Nordwesten nach Südosten von den Kordilleren durchzogen. Erloschene wie aktive Vulkane ragen hier auf. Höchster Punkt ist mit 3819 m der Gipfel des aktiven Chirripó Grande. Die Klimate reichen von der heißen tropischen Zone bis zur kalten Hochgebirgszone ab 3300 Meter. Zwischen zwei Gebirgsketten liegt das zentrale Hochland, Meseta Central oder Valle Central genannt. Hier, in Höhen zwischen 1100 m und 1500 m, liegen die Durchschnittstemperaturen ganzjährig zwischen etwa 19 und 21 Grad Celsius. Im Winter ist es relativ trocken. In diesem Gunstraum leben zwei Drittel der Bevölkerung von insgesamt 4,4 Millionen Menschen.


Im Norden grenzt Costa Rica an Nicaragua und im Süden an Panama, im Westen stößt es an den Pazifik, im Osten an die Karibik. Das Land ist nur zwischen 119 und 282 km breit. Die karibische Küstenregion ist sumpfig und dicht bewaldet, an der südlichen pazifischen Küste gehen die dortigen Savannen auch in Sümpfe über.


Es gibt in Costa Rica zwei Schutzgebiete, die zum UNESCO Welterbe zählen. Cocos Island, das 550 Kilometer von der costaricanischen Pazifikküste entfernte, 24 km² große Eiland, ist die einzige Insel im östlichen pazifischen Ozean, die noch tropischen Regenwald besitzt. Zum Schutzgebiet gehört neben der Insel ein Meergebiet von fast 1000 km² Größe. Das Schutzgebiet Guanacaste umfasst drei Nationalparks und ein Naturschutzgebiet im Nordwesten Costa Ricas. Neben 880 km² Land gehören auch 430 km² Meeresgebiet des Pazifiks dazu. Von der pazifischen Küstenebene reicht das Schutzgebiet über ein Hochland und die Guanacaste-Kordillere bis zur karibischen Küstenebene. Alle Naturlandschaften und Klimate Costa Ricas und der Großteil der Flora und Fauna des Landes sind in dem Schutzgebiet vertreten.






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