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Carolina
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Tagesausflug nach Carmelo
Vom Bonarenser Tigre-Delta aus fahren täglich zwei Fähren der Gesellschaft Cacciola bis nach Carmelo, einem kleinen Städtchen am Fluss und nächste Anlaufstelle für all diejenigen, die von Argentinien aus in das Nachbarland einreisen müssen oder wollen. Die Fahrt geht früh morgens los - um 6:15 holt uns der Bus des Unternehmens im Zentrum ab und fährt uns zum Hafen in Tigre. Um 8:30 legen wir ab. Die langsame Fahrt über das braune Wasser des Flusses gibt bereits einiges her: an den Ufern eine Menge Wasservögel, aufsteigende Nebelschwaden, Weite. Bei der Ankunft in Carmelo fällt zunächst die als Attraktion beschworene rote Drehbrücke auf und dann, was für ein Nest das kleine Städtchen ist. Leere Strassen, bunte, niedrige Häuser, hier und da ein Zitronen- oder Orangenbaum, ein Theater, einige Klamottenläden, ein Clubhaus. Das Zentrum bildet die Plaza Independencia, an die sich ein paar Cafés, eine modern-kitschige Kirche, eine Eisdiele und das lokale Kommissariat schmiegen. Ein Spaziergang über die berühmte Brücke führt duch eine unspektakuläre Wohngegend mit vielen Gärten und einem kleinen Haustiergehege. Im Casino Hotel am Rand der Stadt gibt es ein etwas überteuertes Restaurant und einen auch für Besucher zugänglichen Swimming-Pool. Der Weg in Richtung Fluss ist gesäumt von Pappeln, Kiefern und Eukalyptus-Bäumen, der Strand ist weiss und fein und erinnert mich an die Ostseeküste. Im Sommer lässt es sich hier gut einige Tage aushalten, campenderweise und ohne grosse Ansprüche an ein eventuelles Nachtleben.
Ein unaufgeregtes, etwas ödes Kleinstädtchen mit nordischem Kurorts-Charakter.
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