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Reiseinfos Bolivien

3.0 stars

Bolivien - Reiseinfos




Reisezeit

Durch die großen klimatischen Unterschiede innerhalb des Landes kann man keine einheitliche Reisezeit angeben, sondern Empfehlungen nur nach Regionen geben:
Hochland/Altiplano: Die günstigste Reisezeit ist von Mai bis Oktober. Zu dieser Zeit hat man eine klare Fernsicht, muss sich allerdings auf sehr niedrige Temperaturen in großen Höhen einstellen und auf große Temperaturunterschiede, je nachdem, ob man sich im Schatten oder in der Sonne aufhält. Es fällt wenig Regen in dieser Zeit. Die beste Zeit zum Wandern ist von Mai bis August. Als Hochsaison gilt der Juli und der August.
Urwaldregionen: Ganzjährig ist es hier heiß, feucht und schwül, aber von April bis Oktober fallen weniger Niederschläge als in der übrigen Zeit, weshalb es dann am angenehmsten ist.

Währung

Die Währung ist der BOB oder Bs, der Boliviano mit 100 Centavos mit einer Bindung an den US-Dollar. Banknoten gibt es in den Werten 200, 100, 50, 20 und 10 Bs, Münzen mit 5, 2 und 1 Bs sowie 50, 20 und 10 Centavos. Der Wechselkurs ist 1 € = 11,50 Bs (Stand: April 2008).
Geldwechsel von Fremdwährungen ist in größeren Städten in den Banken, in Casas de Cambio (Wechselstuben) und in den meisten Hotels möglich. Am einfachsten ist es, US-Dollar in kleinen Stückelungen zu wechseln. An zahlreichen Geldautomaten (mit entsprechendem Symbol) kann man mit ec-/Maestro-Karte Bargeld in der Landeswährung abheben.
Die gängigen Kreditkarten wie Visa, MasterCard und American Express werden in manchen Restaurants und Einkaufszentren der größeren Städte und in den größten Hotels akzeptiert. In kleineren Geschäften und in eher abgelegenen, kleineren Ortschaften werden Kreditkarten selten angenommen.
Wer Reiseschecks mitnehmen möchte, sollte diese in US-Dollar ausstellen lassen. Diese können in den größeren Städten in manchen Hotels, in Banken und in Wechselstuben eingelöst werden, in kleineren Städten eher selten. Man sollte deshalb genügend Bargeld mitnehmen.

Gesundheit

Alle Einreisenden, die älter als ein Jahr sind, müssen eine Impfbescheinigung gegen Gelbfieber vorlegen. Ist eine solche Impfung kontraindiziert, muss darüber eine ärztliche Bescheinigung, ins Spanische übersetzt, vorgelegt werden.
Da das Risiko einer Infektion mit Cholera in einigen Gebieten besteht, die Wirksamkeit einer Schutzimpfung jedoch umstritten ist, ist es ratsam, rechtzeitig vor Reiseantritt den Rat des Hausarztes oder eines Spezialisten für die Tropen einzuholen. Sorgfältige Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene ist sehr wichtig zur Prophylaxe.
Polio kommt in Bolivien nicht vor, aber Typhus. Eine Typhusschutzimpfung ist für Langzeitaufenthalte und besonders für Rucksacktouristen ratsam.
Es kommen Hepatitis A und Hepatitis B vor. Generell wird eine Hepatitis A-Schutzimpfung empfohlen. Eine Impfung gegen Hepatitis B sollte allgemein bei Kindern und Jugendlichen sowie bei längerem Aufenthalt und einem engen Kontakt zu Einheimischen erfolgen.
Für alle Regionen, die unter 2500 m liegen, ist ganzjährig Malariaschutz erforderlich. In einigen Gebieten kommt die gefährlichere Form, die Malaria tropica, vor und es sind auch schon Resistenzen gegen bestimmte Medikamente gemeldet worden. Hier sollte man sich im Vorhinein genau erkundigen und auch die Mitnahme einer Notfallmedikation bedenken. Wichtig vor Ort sind auf jeden Fall langärmelige Kleidung, Moskitonetze und ein gutes Insektenschutzmittel. Diese Vorsichtsmaßnahmen sind auch wichtig zum Schutz vor einer Infektion mit Chagas-Erkrankungen, die werden durch Raubwanzen herbeigeführt. Diese Raubwanzen kommen vor allem im Süden und im Zentrum des Landes vor. Auch gegen das landesweit vorkommende, durch Stechmücken übertragene Dengue-Fieber ist ein guter Insektenschutz wichtig, ebenso wie zum Schutz vor der durch Schmetterlingsmücken übertragene Leishmaniose.
In der südlichen Hälfte von La Paz, den Provinzen Franz Tamayo, Sud Yungas und Valle Grande wurden Pest-Fälle gemeldet. Vor allem Rucksacktouristen sind gefährdet, aber auch bei mehrtägigen Ausflügen in diese Gegenden sollte man auf vor Ungeziefer sichere Schlafplätze und regelmäßiges Wechseln der Wäsche achten und sich vor Flöhen und Ratten vorsehen. Von bereits Erkrankten sollte man sich natürlich fernhalten. Hat man beruflich mit Erkrankten oder generell in Pestgebieten zu tun, sollte man prophylaktisch ein Antibiotikum einnehmen.
Da Tollwut landesweit vorkommt, sollte man sich vor Bissen von u. a. Hunden, Katzen, Waldtieren und Fledermäusen hüten und bei einem erfolgten Tierbiss unverzüglich einen Arzt aufsuchen. Eine Impfung ist ratsam für Rucksackreisende, Kinder, bestimmte berufliche Risikogruppen und für längere Aufenthalte.
Wasser sollte nur abgepackt gekauft werden oder vor dem Trinken, dem Gebrauch zur Eiswürfelbereitung oder zum Zähneputzen abgekocht werden, um Infektionen zu vermeiden. Milch sollte man generell abkochen, da sie häufig nicht pasteurisiert ist, und bei dem Verzehr von Milchprodukten darauf achten, dass sie aus pasteurisierter Milch hergestellt worden sind. Fleisch und Fisch sollte nur gut durchgegart und heiß genossen werden, Mayonnaise und rohe Salate sollte man meiden, Obst immer schälen und Gemüse nur gekocht genießen.
Weitere Vorsichtsmaßnahmen: Gegen Sonnenbrand und Hautschädigungen sind Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor und möglichst hautbedeckende Kleidung erforderlich, da die UV-Strahlung in Bolivien wegen der extremen Höhenlage besonders stark ist.
Wer herzkrank ist oder Kreislaufprobleme hat, sollte sich in den ersten Tagen Ruhe gönnen, damit er sich langsam akklimatisieren kann an die extremen Höhenlagen.
Eine amerikanische Klinik steht für Notfälle in La Paz zur Verfügung. Ansonsten sind zumutbare Krankenhäuser ausschließlich in privater Hand und berechnen oft sehr hohe Kosten.

Sicherheit

Bolivien wird zwar inzwischen vermehrt von Touristen besucht, ist aber noch immer ein armes Land, und so hat auch die Kriminalität gegenüber Touristen zugenommen. In den größeren Städten, vor allem an Busterminals, auf Bahnhöfen, aber auch vor Sehenswürdigkeiten gibt es Taschendiebe. Man sollte Geld und Wertsachen nicht mit sich herumtragen, gut auf seine Sachen achtgeben und nachts nicht allein auf die Straßen gehen.
Eine beliebte Masche ist auch, Touristen anzusprechen und ihnen Karten verkaufen zu wollen, die sich meist als ungültig herausstellen, oder sich als Polizist auszugeben und Geld kassieren zu wollen. Man sollte nicht darauf hereinfallen und bei Beamten und Polizisten auf einen Ausweis zur Identifizierung bestehen.
Wegen häufiger politischer Unruhen muss man damit rechnen, dass Straßenblockaden eine Weiterreise verhindern oder Streiks eintreten können.
Ins Landesinnere sollte man nur mit zuverlässigen öffentlichen Verkehrsmitteln reisen und beachten, dass auf Busfahrten relativ häufig Diebstähle vorkommen. Seine Wertsachen sollte man also sicher verstauen.

Einreisebestimmungen

Für die Einreise nach Bolivien ist ein Reisepass allgemein erforderlich. Dieser muss für Einreisende mit Visumpflicht nach dem Datum der Einreise noch mindestens für 6 Monate gültig sein. Besteht dagegen keine Visumpflicht, muss der Reisepass am Tag der Ausreise noch mindestens 3 Monate Gültigkeit besitzen.
Bei der Einreise mit Kindern ist generell zu beachten, dass die allgemeinen Bedingungen, wie Visumpflicht, für Kinder genauso gelten wie für die Erwachsenen eines Landes.
Für Kinder aus Deutschland wird der deutsche Kinderausweis mit Lichtbild oder ein eigener Reisepass akzeptiert. Kinder aus Österreich können bis zum vollendeten 12. Lebensjahr in den Reisepass des sie begleitenden Elternteils eingetragen sein oder einen eigenen Reisepass besitzen. Ältere Kinder benötigen einen eigenen Pass. Kinder aus der Schweiz und der Türkei brauchen einen eigenen Reisepass. Wenn Minderjährige sich allein oder mit nur einem Elternteil länger als 90 Tage in Bolivien aufhalten, sollten sie Vollmachten der gesetzlichen Vertreter bei sich haben und bei der Ausreise vorweisen können.
Von der allgemein geltenden Visumpflicht sind ausgenommen:
* Die EU-Länder – mit einigen Ausnahmen – und die Türkei bis zu 90 Tagen Aufenthaltsdauer.
* Estland, Lettland, Litauen, Slowakische Republik, Slowenien und die Tschechische Republik für einen Aufenthalt von maximal 30 Tagen
Trotz EU-Zugehörigkeit besteht Visumpflicht für Einreisende aus Bulgarien, Malta und Rumänien.
Transitreisende benötigen, auch wenn sie aus einem visumpflichtigen Land stammen, kein Visum, wenn der Weiterflug innerhalb von 24 Stunden erfolgt, sie den Transitbereich nicht verlassen und eine Flugbestätigung für den Weiterflug vorlegen können. Nur chinesische Staatsangehörige benötigen auch in diesem Falle ein Visum.
Staatsangehörige mancher Länder müssen, bevor sie ein Visum beantragen, eine Genehmigung des bolivianischen Außenministeriums einholen, was bis zu einigen Wochen Zeit in Anspruch nehmen kann. Nähere Informationen bekommt man bei den konsularischen Vertretungen, bei denen man sich auch nach den aktuellen Bestimmungen erkundigen sollte, da sich die Visabestimmungen kurzfristig ändern können. Für eine Erlaubnis zur Einreise müssen Ausländer über ausreichende Geldmittel verfügen.

Sprachen

Spanisch ist die Amtssprache in Bolivien, daneben aber auch die Indianersprachen Ketschua, Aimará und Tupi-Guarani. Englisch wird nur von einigen Geschäftsleuten und Beamten gesprochen.

Ortszeit

Da es keine Sommer-/Winterzeitumstellung in Bolivien gibt, ist der Unterschied zur MEZ und im Sommer - 6 Stunden und im Winter - 5 Stunden.

Shopping

Als Souvenirs sehr beliebt sind indianische Handarbeiten, Holzschnitzereien, Lama- und Alpacadecken sowie Gold- und Silberschmuck. Die Geschäfte sind im Allgemeinen geöffnet von Montag bis Freitag von 9.30 bis 12.30 Uhr und von 15 bis 19.30 Uhr sowie am Samstag von 10 bis 15 Uhr.

Ein- und Ausfuhr, Duty Free

Personen über 17 Jahre dürfen zollfrei nach Bolivien einführen: 400 Zigaretten und 50 Zigarren oder 500 g Tabak und 3 l Alkohol sowie 1 Mobiltelefon und 1 Sportgerät, 1 Laptop, 1 Palm Top, 1 Tonbandgerät, 1 Fotoapparat und 1 Videokamera mit Zubehör (Artikel für den persönlichen Gebrauch). Insgesamt dürfen Neuwaren den Gegenwert von 1.000 US$ nicht überschreiten.

Verkehr

Flugverbindungen nach Bolivien gibt es über Washington-Dulles, Miami und einige südamerikanische Flughäfen. Von Frankfurt, Zürich und Wien gibt es Verbindungen nach La Paz über Madrid.
Für Reisende, die mehrere Länder in Südamerika bereisen wollen, ihren Wohnsitz aber außerhalb Südamerikas haben, gibt es den South American Airpass mit besonderen Bedingungen in Verbindung mit einem internationalen Ticket für den Hin- und Rückflug, sowie den Oneworld Visit South America Pass. Man sollte sich vor Reiseantritt in Deutschland danach erkundigen, wenn man eine derartige Reise plant.
Der Flughafen El Alto von La Paz (LPB) ist 14 km in südwestlicher Richtung von der Stadt entfernt. Mit Taxis und Minibussen oder dem rund um die Uhr zur Stadt fahrenden Flughafenbus kommt man in ca. 20 Minuten zur Stadt. Der Flughafen verfügt über einen Duty Free-Shop, Geschäfte, Bars und Restaurant, Postamt und Bank.
Der Flughafen Viru-Viru von Santa Cruz (VVI) ist 16 km von der Stadt entfernt. Mit Taxis und Bussen kann man zur Stadt fahren. Hier gibt es einen Duty Free-Shop und ein Restaurant.
Die berühmte Panamerikana, die Argentinien mit Peru verbindet, führt dabei von Süden nach Nordwesten durch Bolivien. Der Pazifik ist durch die Straßenverbindung von La Paz in Bolivien nach Ilo in Peru in 5 Stunden erreichbar. Als neue Touristenroute verbindet die Andenstraße Peru, Chile und Bolivien. Sie führt von San Pedro de Atacama in Chile durch Bolivien hindurch bis nach Arequipa in Peru. Diese Hauptverbindungsstraßen sind in gutem Zustand. Allgemein ist aber während der Regenzeit von individuellen Autofahrten abzuraten.

Sitten & Gebräuche

Es wird von den Einheimischen viel Wert auf höfliche Umgangsformen und Traditionen gelegt, was man respektieren sollte. Die Campesinos (so nennt sich die bolivianische Landbevölkerung selbst, nicht Indios) übernehmen allmählich auch die westlichen Gewohnheiten in Bezug auf das Essen und die Kleidung. Legere Freizeitkleidung ist im Allgemeinen in Ordnung; eleganter geht es nur bei gesellschaftlichen Anlässen zu.

Trinkgelder

In Hotels und Restaurants sind 5-10 % üblich; in den Rechnungen werden allerdings ohnehin schon 25 % für Bedienung berechnet. Auch Gepäckträger erwarten Trinkgeld.


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