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Madrid Vision

2.0 stars

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Madrid Vision (rote Route)

 Sterne
Nachdem ich schon die wichtigsten Museen mit den Öffentlichen erkundet hatte, wollte ich mehr von Madrid sehen. Ich hatte die knatschroten halboffenen Doppeldeckerbusse von Madrid Vision gesehen, und wollte auch ich mit einem dieser Hop on - Hop off (Man kann an jeder Station ein- und wieder aussteigen und so die Fahrt unterbrechen, um sich beispielsweise Sehenswürdigkeiten anzugucken, die meistens in unmittelbarer Nähe der Haltestellen sind) Busse fahren. Nach meinem Besuch im Palacio Real hatte ich entdeckt, dass einer der Busse schräg gegenüber abfährt und in einer der Touristeninformationsstellen hatte ich mir auch einen der Faltpläne mit den Routen besorgt.
Beim Einstieg in den Bus kommt man am Cola/Wasserautomaten im Kaugummiautomatenstil vorbei (1 Euro) links steht ein Mitarbeiter von Madrid Vision, der in fließendem Spanisch und Englisch Auskunft gibt und Tickets verkauft. Eigentlich habe ich gedacht, dass ich als Student ein ermäßigtes Ticket lösen könnte, allerdings wollte man mir dann klar machen, dass ich dazu Student und unter 16 Jahre alt sein müßte, oder Rentner und über 65 Jahre. Da bei beides nicht zutrauf, und ich 20 Euro für ein Zweitagesticket überteuert fand, schließlich waren es schon 17 Uhr Abends und der letzte Bus fuhr gegen 19 Uhr, meinte ich, dass ich es dann doch lieber Aussteige. In diesem Moment fuhr der Bus los, und die Verkäuferin schien einen netten Tag zu haben, so dass ich dann doch den ermäßigten Preis (knapp 16 Euro) bekam.
Dann brauchte ich nur noch ein Päckchen mit Kopfhörern, dazu konnte ich mir dann ein Bonusheftchen nehmen, dass pseudotolle Touristenrabatte anbietet. Und nun noch einen Sitzplatz. Ich hatte die Qual der Wahl, entweder konnte ich unten einen gepolsterten Sessel nehmen (warm wie in der Sauna) oder oben auf einem Plastikstuhl mit toller Aussicht, dafür aber ab und zu den Kampf mit Baumkronen aufnehmen und sich etwas drüber ziehen, wenn man mal durch eine schattige Avenida geht. Ich habe mich jedenfalls für Zweiteres entschieden.

Auch bei den Routen muss man sich entscheiden, es gibt die rote und die blaue, mit dem Ticket kann man beide nutzen.
Die rote Route, die durch das historische Madrid der Austrias (Habsburger) führt, umfasst 21 Stationen. Laut Veranstalter dauert sie knapp 75 Minuten, was ich allerdings für ein Gerücht halte. Für eine Rundfahrt braucht man, selbst bei Stau, knappe 60 Minuten, wobei man eine ca. 8 Minütige Pause an der jeweils ersten Station macht.
So werden neben dem königlichen Theater (Teatro Real), der königliche Palast (Palacio Real), die Puerta de Toledo, die Kirche San Francisco el Grande, die royale Hochzeitskathedrale Almidena, der Plaza Mayor (sowas wie der zentrale Marktplatz der Stadt, auf dem allerdings kein Markt stattfindet), die Puerta del Sol (von hieraus werden alle Madrider Entfernungen berechnet), der Círculo de Bellas Artes (Kunsthochhaus), die Kunstmuseen Thyssen (moderne Kunst) und Reine Sofia (von allem etwas…), der royale Garten Jardín Bótanico, der gleich neben dem Museo del Pardo liegt, die Puerta de Alcalá und das Barrio Salamanca (ehemals reiche Wohngegend) angefahren. Auch am Plaza Colón (der Madrider Römer) mit Kolumbusstatue, der Plaza de Cibeles (hier feiert Real Madrid seine Triumphe) sowie verschiedene Stationen an der Shoppingstraße Gran Vía werden, ehe es an den Plaza de Espana und den Templo de Debod geht - ein Ägyptischer Tempel in der Nähe des Bahnhofs Principe Pio, den man sich allein schon wegen des tollen Parks mal ansehen sollte.


Das Lustige an der Fahrt ist, dass man neben einem Japaner oder Engländer sitzt und jeder eine „verständliche“ Stadtführung in seiner Sprache bekommt. Jeder hat ein Radio am Stuhl, bei dem man zwischen 8 Sendern (Spanisch, Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Portugues, Russisch und Japanisch ) und verschiedenen Lautstärkeregelungen wählt. Ich habe erstere vier durchprobiert, und muss sagen, dass bis auf Spanisch alles sehr gewöhnungsbedürftig war. Im Deutschen hatte man eine Frauenstimme, die mit österreichisch-tschechischem Akzent sprach und dabei sehr merkwürdige Wörter benutzte. Am lustigsten fand ich, dass es im Kaufhaus an der Serranostraße mehrere Gymnasien (gemeint waren Fitnessstudios) gab. Die Texte waren recht einfach verfasst, die Infos gingen aber leider manchmal nicht über die üblichen Reiseführerinfos raus und wurden auch zeitverzögert zu früh oder viel zu spät eingespielt.
Also sollte man sich überlegen, ob man das Geld ausgeben möchte, oder doch lieber per Metro reist. [mehr]


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