Spanische Synagoge Prag
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Spanische Synagoge (Prag)
Heute erzähle ich euch was über meine Prager Lieblingssynagoge. Mitten im jüdischen Viertel befindet sich die Spanische Synagoge, und zwar in der Vezenská 1. Mit der Metro kommt man bequem dorthin, nach dem ihr mit der grünen Linie bis zu der in der Nähe der Moldau gelegenen Station Staromestká gefahren seid, erwarten euch ca. 5 Minuten Fußmarsch, die aber kein Problem sind, vor allem wenn man in zwischendurch in den einen oder anderen Tante Emma Laden ist und leckeren Kuchen für umgerechnet 15 Cent kauft. Die Spanische Synagoge ist neben der Maisel Synagoge, der Pinkas Synagoge, der Klausensynagoge, dem alten jüdischen Friedhof und dem Zeremoniensaal ein Teil des jüdischen Museums in Prag. Tickets für die Alt-Neu Synagoge müssen anderweitig gelöst werden. Erwachsene bezahlen 300 Kronen (etwa 10 Euro), unter 15-jährige, Rentner und Gruppen bezahlen 200 Kronen (Knapp 7 Euro), die zwar für Tschechische Verhältnisse recht teuer, oder absolut gerechtfertigt sind, schließlich fließen die Gelder u.a. in die Restauration der teilweise angegriffenen Bauten. Von November bis März kann man die Bauten täglich von 9 Uhr morgens bis 16:30 besichtigen, in allen anderen Monaten ist bis 18 Uhr geöffnet. Am Samstag, der ja mit unserem Sonntag zu vergleichen ist, ist die Synagoge ebenso geschlossen, wie an allen jüdischen Feiertagen, wer also nicht weiß wann Hannukah und Co sind, möge sich also bitte vorher erkundigen. Zwar sieht diese von außen ganz unscheinbar aus, eine städtische Galerie hätte sich ebenso im Gebäude befinden können, wie ein edles Restaurant. Von innen sieht sie aber einfach nur genial aus. Normalerweise habe ich ja was gegen goldene Prachtbauten, aber diese Synagoge war einfach nur beeindruckend und toll gestaltet. Wie sieht es dort aus? Atemberaubend im wahrsten Sinne des Wortes, es ist recht schwer die Synagoge an sich zu beschreiben, zusammenfassend könnte ich den Stil als maurisch-orientalisch. Praktischerweise hat Ciao nun die Bildfunktion, so dass ich euch eine Postkarte eingescannt habe, auf der der Innenbereich zu sehen ist, fotografieren darf man nämlich überhaupt nicht. In der Galerie, die durch eine Treppe zugänglich –Rollstuhlfahrer und Mütter mit Kinderwagen haben es also recht schwer- ist befinden sich Vitrinen, die zum Schutz der vorliegenden Exponate dienen. Außerdem kann man in den Mittelgang der Synagoge herunterblicken, ein genialer Ausblick. Im Mittelgang selbst befinden sich Bänke mit gepolsterten Kniebänken, wie man sie aus jeder katholischen Kirche dient, alles ist recht dunkel gehalten, die warmen Töne, die u.a. für die Wand- und Fenstergestaltung gewählt wurden, vermitteln aber ein mystisch-orientalisches Feeling. Heute kann man in der spanischen Synagoge den zweiten Teil der Ausstellung „Geschichte der Juden in Böhmen und Mähren – von der Emanzipation bis auf die Gegenwart“ besichtigen, den ersten Teil findet man übrigens in der Maisel-Synagoge. Der Teil der hiesigen Ausstellung schildert die Geschichte tschechischer Juden zur Zeit der Aufklärung und Emanzipation, ebenso wird die Situation in Österreich-Ungarn und zur Zeit der Ersten Republik von 1918-38 betrachtet. Einen Einblick erhält man auch in das jüdische Leben im Protektorat Böhmen und Mähren (1939-45) sowie in das unmittelbare Nachkriegsleben. An Hand zahlreicher Dokumente lässt sich die Geschichte nachvollziehen, u.a. Kinderbildern, Münzen, Tagebucheinträgen NS-Briefe, KZ-Verordnungen, Noten und anderem jüdischen Kulturgut. Auch in die Synagogen hat der Kommerz Einzug gehalten, neben kostenlosem Informationsmaterial (siehe Bilder), das ist glaube ich 10 Sprachen – sogar Schwedisch- verfügbar. Daneben kann man denn ausführliche Infobücher in Deutsch, Tschechisch, Englisch etc. kaufen, die sich mit Juden, ihrer Religion und der Zeit des WW II in Tschechien beschäftigen. Postkarten gibt es auch en masse, sie sind so billig, dass man sich auch nicht ärgern muss, keine Fotos machen zu dürfen. Für umgrechnet 2,20 Euro habe ich immerhin 9 (mittel-)große Postkarten gekauft, eine ist die vom Innenraum der Synagoge. Wenn ich wieder nach Prag fahre, was ich mit ganz fest vorgenommen habe, werde ich die spanische Synagoge auf jeden Fall noch einmal besuchen. Ich vergebe eine Empfehlung und 5* und sage dazu, dass man einige Zeit mitbringen sollte. [mehr] |
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