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Vorerst letzte Etappe vor der Pause
Kurz bevor ich die Präfektur Tokushima in Richtung Süden verließ, musste ich leider vorübergehend aufgeben! Ich befand mich zwischen Tempel 20 und 23 und entschuldigte mich in aller Form bei den Kami-sama (den Göttern) dafür, dass ich aus Geldnot das Pilgern abbrechen musste. Ich versprach aber, im Sommer, mit Zelt und einer zuverlässigen Begleitung das ganze vorzuführen, und sei es in 10 Jahren!! Im Sommer sind angeblich auch Shikokus Bewohner zugänglicher und legen sogar Früchte für die Pilger an den Wegrand. Ich nahm also schlechten Gewissens den Zug, um die Reise etwas zu beschleunigen.
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Gutes Essen und danach ein heißes Bad...
Obwohl die Unterkunft in den Tempeln meist sehr teuer war, habe ich es genossen, dort hin und wieder einen sicheren Schlafplatz zu finden. Die Räume waren zwar kalt, aber es gab immer ein vorzügliches Abendessen in schönen Tatami-Räumen. Auf Tabletts wurde Fisch, Reis, eingelegtes oder gekochtes Gemüse und Miso-Suppe serviert, dazu heißer Tee. In einigen Tempeln gibt es ein eigenes Onsen (Bad mit natürlichem, heißem Quellwasser, sehr verbreitet in Japan). Ich hatte Glück und konnte einmal nach dem Essen mit meiner Begleiterin aus Tokyo (Männer / Frauen getrennt) ein heißes Bad nehmen.
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Kurz vor der Kapitulation...
Bisher war ich immer auf relativ flachem Land gelaufen. Die Landschaft um die Stadt Tokushima ist eher unspektakulär und es gibt noch viele befestigte Straßen. Mir war kalt und ich hatte nur noch wenig Geld. Mein treuer Begleiter Koutake-san verließ mich auch noch beim 10. Tempel... Und nun ging es ins Gebirge! Achtung: Zwischen dem 11. und 12. Tempel geht es ca. 3 Stunden steil bergauf, es gibt nur einen Weg hinauf, den man auf keinen Fall verlassen sollte und es kann immer sein, dass der 12. Tempel oben auf dem Berg geschlossen ist. Also genügend Zeit einkalkulieren und am besten im Sommer mit Zelt losziehen!
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Die ertsen Tempel sind noch spannend...
Vor allem an die ersten Tempel kann ich mich bestens erinnern. Jeder Tempel ähnelt allerdings dem nächsten, sodass ich schnell in meiner Erinnerung durcheinandergekommen bin. Im ersten Tempel kann man übernachten, aber die Unterkunft (mit Abendessen) kostet etwa 6000 Yen, und das war zuviel für mein bescheidenes Budget. Also habe ich mir zwischen erstem und zweitem Tempel (noch immer in der Präfektur Tokushima, nicht weit von der Stadt entfernt) eine private Unterkunft gesucht, was ich nur empfehlen kann. Die Preise sind allerdings auch hier sehr hoch und besonders im Winter. Und abends gab es auf meinem kleinen Balkon nur Äpfel zu essen.
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Außergewöhnliche Begegnungen 2
Bei Tempel Nummer 9 bin ich – immer noch in Begleitung von Koutake-san – zwei jungen Pilgerinnen begegnet. Beide kamen aus Ôsaka auf der japanischen Hauptinsel Honshû. Zu meiner Überraschung haben sie mir erzählt, dass sie beide Truckfahrerinnen sind!! Das ist sowieso schon ungewöhnlich, aber in Japan noch viel mehr, weil die Rollenverteilungen Mann – Frau dort noch sehr viel strenger sind. Beide waren außerordentlich sportlich, sodass sie viel schneller als ich die 7 Treppen vor dem Tempel hochstiegen (fast 200 Stufen). Koutake-san war etwas langsamer, aber über die Jahre bestens trainiert!
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Gut gewürzte, heiße Udon-Nudeln
Zwischen Tempel Nummer 6 und Nummer 7 gibt es ein sehr charmantes Nudelrestaurant, eigentlich eher eine Hütte, die sogar im Winter - bei sehr wenig Betrieb auf dem Pilgerweg - geöffnet hat. Ich habe dort vorzügliche Udon gegessen. Das sind helle dicke Nudeln, die am mir besten schmecken, wenn sie noch ein wenig fest sind. Sie werden oft in einer gut gewürzten Suppe (nicht sehr scharf) mit etwas Gemüse und manchmal Tempura serviert. Tempura sind in einer dünnen Teigschicht frittierte Meeresfrüchte oder Gemüsestreifen. Sehr sehr gut!! Und schön nahrhaft für die Wanderung...
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Außergewöhnliche Begegnungen 1
Die ersten 23 Tempel (von insgesamt 88!) befinden sich in der Präfektur Tokushima, in der auch die gleichnamige Stadt liegt. Gleich beim 3. Tempel habe ich eine außergewöhnliche Begegnung gemacht: Mich sprach ein älterer Japaner an, Koutake-san, der sich offensichtlich Sorgen um mich machte, ob ich denn auch weiß, worauf ich mich eingelassen habe. Er selbst verbringt sein Leben damit, um die Insel Shikoku zu pilgern und sagt, der Weg werde nie langweilig, weil jede Runde (etwa 3 Monate Fußmarsch) einmalig sei. Koutake-san hat mich dann noch bis zum 10 Tempel begleitet und war trotz seines Alters alles andere als langsam!
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Frische Eier aus dem Automaten
Meine erste Pilger-Etappe führte mich noch nicht gleich zu einem Tempel, wie ich gedacht hatte, sondern erst einmal an einer Schnellstraße entlang. Es ging über Betonbrücken, zwar mit kleinen Flüsschen darunter und auch Felder waren zu sehen, aber im Ganzen war die Landschaft wenig charmant. Sehr zubetoniert, weil die Stadt Tokushima ja auch erst 5 Minuten Fußweg zurücklag. Zu meiner großen Überraschung kam ich an einer Bushaltestelle vorbei, an der es frische Hühnereier aus dem Automaten zu kaufen gab!! Ich hatte leider kein Kleingeld und auch für rohe Eier nicht wirklich Gebrauch... Aber eine schöne Idee allemal!
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Sehr hilfreich! Die Tokushima International Exchange Association
Ich war das erste Mal auf der Insel Shikoku und hatte auch vom Pilgern keine Ahnung. Im Touristeninformationszentrum im Bahnhof sprach niemend Englisch. Jemand gab mir aber den guten Tipp, ich sollte mich lieber an das Tokushima International Exchange Association wenden: Im Bahnhof mit dem Aufzug bis in den 6. Stock (Clement Plaza). Dort sprechen alle Englisch, man kann die Computer mit Internet nutzen und bekommt vor allem sehr hilfreiche Tipps. Und das beste war: Ich hatte dort meinen Terminplaner vergessen. Als ich vier Wochen später anrief, war er noch dort und wurde mir schnellstens mit der Post geschickt.
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