Reiseführer Ratingen
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Ratingen - Reiseführer
Mancher wird sich fragen, wo liegt Ratingen? Dabei befindet sich die Stadt sehr zentral im Rheinland und grenzt im Westen an Düsseldorf, im Norden an Duisburg, Mülheim/Ruhr und Essen. Mit über 90.000 Einwohnern ist sie die größte Stadt im Kreis Mettmann. Durch die Umstrukturierung ihrer Industrie von traditionellen Wirtschaftsstrukturen zur weißen Industrie ist Ratingen ein moderner Industrie- und Dienstleistungsstandort geworden.
Die ausgezeichnete Verkehrsanbindung (Flughafen, Eisenbahn und Autobahnen) machen die Stadt zu einem hervorragenden Aufenthaltsort und Ausgangspunkt für viele Zielorte an Rhein und Ruhr. Mit ihrem überraschend hohen Anteil an Grünflächen ist sie ein Erholungsgebiet mitten in einem verstädterten, von der Industrie geprägten Raum. Im Stadtgebiet liegen mehrere Naturschutzgebiete, darunter die Naturwaldzelle Hinkesforst.
Das Alltagsleben ist rheinisch mittelstädtisch geprägt und bietet alle wesentlichen kulturellen Angebote. Durch die zentrale Lage Ratingens zwischen Köln und Dortmund, bringen öffentliche Verkehrsmittel problemlos Bewohner wie Besucher zu allen großen Attraktionen des geographischen Raumes.
Stadtgeschichte
Die Stadt ist älter als man auf den ersten Blick annehmen würde. Bereits in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts taucht ihr Name erstmals in einer nicht genau datierten Handschrift des Klosters Werden (heute zu Essen gehörig) als „Hretinga“ auf. Für die erste Hälfte des 12. Jahrhunderts ist eine Pfarrkirche bezeugt. Am 11. Dezember 1276 verleiht der mächtige Graf Adolf von Berg dem Dorf Ratingen die Stadtrechte. Durch ein Stadtbuch von 1472 weiß man, dass Ratingen rund 1100 Einwohner gehabt haben muss, eine für die damalige Zeit stattliche Bevölkerung einer mittleren Stadt mit 278 dokumentierten Häusern. Um 1500 macht Ratingen durch mehrere Hexenprozesse unrühmlich von sich reden („Dumeklemmerstadt“)
Im Dreißigjährigen Krieg wird Ratingen derartig von den Kaiserlichen verwüstet, dass die Zahl der Bewohner auf unter 150 sinkt. Die Entwicklung „moderner“ Industrien bewahrt Ratingen vor dem Absinken in die Bedeutungslosigkeit. 1783/84 wird die erste mechanische Baumwollspinnerei auf dem europäischen Kontinent gegründet, nach englischem Vorbild Cromford genannt. Die Stadt ist um 1800 auf 3.000 Einwohner gewachsen und erreicht nach der Ansiedlung vor allem von metallverarbeitender Industrie um 1900 die 10.000er Marke. Eingemeindungen der Jahre 1930 und 1975 gaben ihr die heutige Größe.
Ratingens Sehenswürdigkeiten
Die kleine Altstadt wird noch von beachtlichen Resten der Stadtmauer aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts umgeben. Dazu gehören drei Wehrtürme, von denen der Trinsenturm besonders sehenswert ist. Trotz vieler Zerstörungen haben sich einige historische Häuser vom Ende des Mittelalters bis zum 19. Jahrhundert erhalten, darunter zwei geschichtsträchtige Gasthäuser. Die Bauten des ehemaligen Minoritenklosters dienen heute als Volkshochschule.
Im historischen Zentrum liegt die Pfarrkirche St. Peter und Paul. Unter ihr fand man die Fundamente einer karolingischen Kirche an deren Stelle mehrere Neubauten traten. Die heutige Kirche, eine der bedeutendsten Hallenkirchen des Rheinlandes, bekam ihre Gestalt im 13. Jahrhundert und durch Ergänzungen vom Ende des 19. Jahrhunderts. Im Turm hängen noch drei mittelalterliche Glocken, die vom Wohlstand der Stadt ebenso künden, wie davon, dass sie sich vor der Erhebung Düsseldorfs zur Residenz gegen diese lange behaupten konnte.
Außerhalb des Kerns findet man die mittelalterliche Wasserburg „Haus zum Haus“ und vor allem „Cromford“. Mit seinem Ensemble des späten 18. Jahrhunderts aus Herrenhaus, Fabrikgebäuden und Arbeiterwohnungen wurde Cromford zum wegweisenden Muster der für das Rheinland eminent wichtigen Textilindustrie und bildet einen hervorragenden Rahmen für die Außenstelle des Rheinischen Industriemuseums.
Sehenswert ist auch das Museum der Stadt Ratingen, mit seiner Porzellansammlung und einer respektablen Sammlung zeitgenössischer Kunst.
Einzigartig ist das Oberschlesische Landesmuseum im Stadtteil Hösel, zur Dokumentation des dinglichen Kulturgutes Oberschlesiens mit Würdigung des romantischen Dichters Joseph von Eichendorff.
Neben den Unterhaltungsmöglichkeiten und Sehenswürdigkeiten der schon genannten umgebenden Zentren findet man gut erreichbar ein besonderes Ausflugsziel: das auf einer Industriebrache in Recklinghausen entstandene „CentrO“ - Europas größtes Shopping- und Freizeitzentrum.
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