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Reiseführer Münster

4.0 stars

Münster - Reiseführer




Einem populären Sprichwort zu Folge gibt es drei "Münsteraner Todsünden": „evangelisch, kein Fahrradfahrer und zugereist“. Und tatsächlich liegen Münsters Wurzeln tief im Katholizismus: Im Jahre 793 gründete der aus Friesland stammende Missionar Liudger hier ein Monasterium, ein Kloster, welches zur Keimzelle einer der schönsten deutschen Städte werden sollte: Münster in Westfalen. Bereits 805 wurde mit dem Bau eines Domes begonnen, welcher nach zahlreichen Beschädigungen und Umbauten bis heute erhalten ist.

 

Im 12. Jahrhundert wurden Münster die Stadtrechte verliehen und ab dem späten 13. Jahrhundert entwickelte sich Münster als Mitglied der Hanse in Westfalen zu einer wirtschaftlichen und politischen Metropole. Die prachtvollen Bauten der Kaufmannshäuser am Prinzipalmarkt geben bis heute Zeugnis dieser Glanzzeit. Ebenfalls aus dieser Periode stammen die St.-Lamberti-Kirche, welche von wohlhabenden Kaufleuten finanziert wurde und als "Bürgerkirche" einen Gegenentwurf zum benachbarten bischöflichen Dom bilden sollte. Das gotische Rathaus wurde in direkter Sichtlinie zum Dom erbaut, wodurch sich weltliche und geistliche Macht in Münster stehts gegenseitig "im Auge behielten".

Die St.-Lamberti-Kirche erinnert heute noch an eine blutige Zeit der Münsteraner Geschichte: Von 1534 bis 1536 war die Stadt von den Täufern besetzt, einer reformatorischen Glaubensbewegung, die in Münster das Königreich Zion gründen wollte. Unter anderem wurde in einer abenteuerlichen Umwälzung des herrschenden Systems das Stadtarchiv vernichtet, die Polygamie eingeführt und der Geldzahlungsverkehr offiziell abgeschafft. Das Experiment endete blutig: Die Herrschaft der Täufer wurde niedergeschlagen und die drei Anführer in metallenen Körben am Turm der Lamberti-Kirche aufgehangen, wo sie eines qualvollen Todes starben. Die Körbe hängen dort noch heute und sind vom Prinzipalmarkt aus zu bewundern.

Das historische Rathaus wiederum sollte später zum Schauplatz eines der wichtigsten Ereignisse der europäischen Geschichte werden: Im Jahre 1648 wurde mit dem westfälischen Frieden das Ende des dreißigjährigen Krieges besiegelt, der Deutschland in Elend gestürzt hatte. Der Friedensaal im historischen Rathaus ist erhalten und heute zu besichtigen.

Eine besondere Art die mittelalterliche Geschichte Münsters zu erleben ist es, dem Nachtwächter ein Stück auf seiner Route durch die Stadt zu begleiten. Sie werden es nicht bereuen, wenn Sie der einen oder anderen Geschichte aus längst vergangen Zeiten lauschen können.

Im 18. Jahrhundert wurde das fürstbischöfliche Residenzschloss erbaut. Es dient heute der Universität als Sitz; hier finden sich sowohl Verwaltungsräumlichkeiten als auch Vorlesungs- und Seminarräume.

Im zweiten Weltkrieg wurden Münsters Bauten zu großen Teilen zerstört; jedoch sind zahlreiche Gebäude wieder originalgetreu rekonstruiert worden, so dass sich Münster seinen historischen Flair erhalten konnte.

 

Münster ist heute eine überaus lebendige Universitätsstadt, in der dank der Westfälischen Wilhelms-Universität und zahlreicher kleinerer Hochschule 45.000 Studenten auf knapp 290.000 Einwohner kommen. Das schlägt sich auch im abwechslungsreichen Nachtleben de Stadt nieder. Angefangen von Diskotheken bis hin zu kleinen und urigen Clubs findet man hinreichend Möglichkeiten die Nacht zum Tage zu machen. Tür an Tür reihen sich in Münster die Kneipen aneinander, geprägt durch das studentische Flair der Stadt.

Nicht nur geschichtsträchtige Bauten warten mit ihrer Geschichte auf. Ebenso die Moderne spiegelt das vielseitige Gesicht der Stadt wieder. Ein Paradebeispiel der modernen Architektur bietet beispielsweise die Stadtbücherei, welche nach den Plänen von Bolles-Willson entstand.


Unzählige kleine Geschäfte reihen sich in der Innenstadt aneinander und laden zum bummeln ein. Um ein wenig zu verweilen, warten zudem unzählige kleine Cafés in denen man herrlich - mit einem Buch in der Hand - die Zeit dahin plätschern lassen kann. Wer sich auf eine kulinarische Reise begeben möchte wird in Münster ebenso fündig wie auch im Umland.

 

Durch die TV-Serie „Pinguin, Löwe & Co.“ bekannt geworden, öffnet jederzeit der Allwetterzoo jedem Besucher seine Pforten. Beispiellos ist hier vor allem die Nähe zu den Tieren. So dürfen – im Gegensatz zu den meisten Zoos – Tiere wie Elefanten und Pinguine gefüttert werden. Besonders freudig stimmen die meisten Besucher, die vielen kleinen Affen, welche sie gerne bei ihrem Spaziergang ein Stück weit begleiten. Speziell für Gorillas und Orang-Utans wurde im „Affricaneum“ ein neuer Lebensraum geschaffen. Spannend vor allem für die Kinder, ist hier ebenfalls der „Kinder- und Pferdepark“ wo sich nach Herzenslust ausprobiert werden kann.

 

Kulturell zeichnet sich Münster neben zahlreichen Theatern auch durch eine besonders lebendige Museumsszene aus. Neben dem Museum für Stadtgeschichte und dem LWL-Landesmuseum sind hier auch das Picasso-Grafikmuseum und das weltweit einzigartige Museum für Lackkunst hervorzuheben. Ein besonderes Highlight ist die alle zehn Jahre stattfindende Skulpturenausstellung Skulptur.Projekte. In diesem Rahmen stellen zeitgenössische Künstler im öffentlichen Raum aus; zahlreiche Kunstwerke vergangener Skulpturenausstellungen sind erhalten und zum festen Bestandteil des Stadtbildes geworden; das bekannteste Beispiel hierfür sind wohl die Giant Pool Balls des Künstlers Claes Oldenburg, die das Ufer des Aasees schmücken.

 

Münsters hervorragende Infrastruktur für Fahrradfahrer brachte ihm bereits zahlreiche Auszeichnungen ein und gilt als beispielhaft für andere europäische Großstädte. Besonders die Promenade, ein grüner Aleengang, der sich an der Stelle der ehemaligen Befestigungsmauer kreisförmig um die Altstadt zieht, hat sich als "Fahrradhighway" etabliert. Aber auch sonst gilt: Ob Student oder Professor, ob Messdiener oder Bischof: Der Münsteraner bewegt sich per "Leeze", also auf dem Fahrrad fort.


2004 erhielt Münster nicht umsonst den LivCom Award, der es als die "lebenswerteste Stadt" in seiner Größenordnung auszeichnete.

Erleben Sie Münster, westfälisch und zutiefst weltoffen, eine lebenswerte Universitätsstadt mit bewegter Geschichte - es gibt viel zu entdecken!


Tipps

Skulptur Projekte 07

 Sterne
Alle 10 Jahre finden in Münster die "Skulptur Projekte" statt. 2007 ist es endlich wieder so weit. Gezeigt werden diesen Sommer Arbeiten von 35 Künstlerinnen und Künstlern aus aller Welt. Vom 17.06.2007 bis zum 30.09.2007 läuft die Ausstellung. Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall.

Da die Skulpturen über die ganze Stadt verteilt sind empfiehlt es sich die Kunstwerke mit dem Fahrrad anzusteuern. Am Landesmuseum direkt in der Innenstadt können Räder gemietet werden.

Weitere Informationen gibt es unter www.skulptur-projekte.de [mehr]

Mein liebster Chinese in Münster

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Auf der Hammer Straße ein paar hundert Meter vorm Ludgerikreisel befindet... [mehr]

Pasta in Münster

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Wer in Münster Pasta essen will sollte unbedingt ins Pasta e Basta gehen. Der... [mehr]

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