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globalya
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Tempelbräuche
Einer der wichtigsten Bräuche, die Pilger sehr schätzen, ist, ein kleines Büchlein mit sich zu führen, in das in jedem Tempel einer der Mönche einträgt. Es handelt sich hierbei aber nicht um eine einfache Signatur, sondern um ein jeweils individuelles Kunstwerk, eine aufwändige Kalligraphie. Dadurch wird das Pilgern natürlich zeitlich ein wenig in die Länge gezogen, aber der Geduldige wird reich belohnt: Wer am Ende der Reise die Kalligrafien aller Tempel zusammen hat, hat einen Platz im „buddhistischen Paradies“ sicher. Das Büchlein nimmt der Pilger mit ins Grab. Ich habe leider keines, aber das hole ich nach!
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globalya
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Die anderen schummeln auch
In Mugi habe ich lustigerweise andere Pilger wiedergetroffen, die ich bereits an einem der ersten Tempel kennen gelernt hatte. Ich fragte mich also, wie sie die Strecke so schnell geschafft hatten. Die Wahrheit ist: Viele Japaner nehmen zwar das Pilgern sehr ernst, sind der Tradition nach gekleidet, ganz in Weiß mit Stock und Hut. Aber um Zeit zu sparen, ist es erlaubt, ein wenig zu schummeln, indem man zum Beispiel den Bus nimmt (oder wie ich den Zug). Sehr viele machen auch die gesamte Rundwanderung in mehreren Etappen, weil der Urlaub in Japan so knapp ist. Das lassen die Götter wohl auch durchgehen.
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globalya
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Unglaublich, diese Hilfsbereitschaft!
Ich wollte meine Pilgerreise also ab Kôchi fortsetzten, aber dort musste ich erst einmal hinkommen. Mit Zwischenstopp in Mugi (letzte Stadt mit dem Zug in Tokushima ken) hat es schließlich geklappt, und der hat sich auf jeden Fall gelohnt. Ich hatte ein wenig Zeit und schlenderte zum Hafen hinunter. Dort saßen ein paar Fischer, die ihre Netze reparierten. Ich wollte gern ein Foto machen, wollte aber auch nicht aufdringlich sein. Meine Alibi-Kontaktaufnahme-Frage war also: Wie finde ich das Muschelmuseum? Sofort fand sich ein Fischer, der mich sogar bis dorthin begleitete, und mein Foto konnte ich auch machen...
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