Anmelden | Jetzt kostenlos registrieren!Hilfe |

Tipps Mendoza

4.0 stars
fidibusteam
Fidinews der letzten Saison 2008/2009 Teil 2 5 Sterne
Paro = Rutas cortadas (durch Streiks gesperrte Strassen) ersetzt durch Aedes Aegypti und H1N1

Beruhigend war dann doch noch, dass sich die Dozenten in der Gegend von Mendoza und weiter nördlich nicht zu diesem Streikmittel überzeugen liessen. So konnten wir all unsere Vorbereitungen für die Andenhochlandtour unbehindert durchführen.
Doch von den Pressemeldungen blieben selbst wir nicht verschont.
All die Panikmacheberichte in den Zeitungen über das Dengue-Fieber und Porcina (Schweinegrippe) beschäftigten uns natürlich. Es war offenbar im Norden Argentiniens in den eher feuchteren Gebieten, wo Mücken eben heimisch sind, zu der seit eh und jeh grösst bekannten Dengue-Ausbreitung gekommen, welche von Bolivien via Paraguay nach Argentinien eingeschleppt worden war. Die bis noch nach Ostern anhaltenden hohen Temperaturen trugen nicht gerade zu Besserung der Situation bei. Aedes Aegypti, die nur tagsüber langsam fliegende Mücke mit gestreiften Beinen und gepunktetem Körper, welche eben das Dengue Virus überträgt, wurde plötzlich überall gesichtet. In den Provinzen San Juan, Mendoza und San Luis waren jedoch keine Krankheitsfälle bekannt. Nach einigen Recherchen war dann für uns klar, dass für unsere Tour keine Gefahr bestand, da wir uns da immer über 2500 m ü.M. bewegten und Meereshöhen erst in Chile auf der anderen Seite der Anden erreichten. Aedes Aegypti überlebt 10°C nicht. Was H1N1 = Schweinegrippe oder eben Porcina anbelangt, gab es in Argentinien und Chile noch keine Fälle. Wir befürchteten höchstens, dass an Grenzübergängen die Autos desinfiziert würden. Dem war jedoch auch nicht so, wie wir später erfahren sollten.

Die Tour
Noch immer war es ziemlich heiss, als wir die Hochlandtour in Mendoza starteten und wir waren froh in die höher gelegenen Gebiete zu gelangen. Unsere Gäste waren diesmal fast alle „Wiederholungstäter“. Überraschungen von Fidi’s Seite waren keine zu erwarten, Service und Überholung der Vorderachse waren gelungen.
Die Tour lief wie am Schnürchen, die Grenzkontrollen verliefen absolut im normalen Bereich, das Wetter hätte nicht besser sein können, was vermehrt Anlass zum Sternenstudium gab. Diskussionen wohin nun eigentlich wirklich das Kreuz des Südens mit seiner Verlängerung zeigt, brachten uns zur Erkenntnis, dass wir alle nicht genau verstanden haben, was in all den schlauen Büchern steht. Die 5-fache Verlängerung soll nach Süden zeigen ... Wohin zeigt denn der Schwanz (2 im Süden des Kreuzes stehende helle Sterne) ?

Wenn nicht das Auto, dann der Camper
Der zweite Tag der Tour sollte mit einer ganz ungewöhnlichen Panne beginnen. Alles gepackt, eingeräumt wollten wir zum einkaufen aufbrechen. Alle waren schon eingestiegen und ich schloss noch den Camper ab. Es gab dabei ein undefinierbares komisches Klicken. Misstrauisch geworden wollte ich das Camperschloss nochmals öffnen. Da ging nichts mehr – der Zylinder hatte sich offenbar verabschiedet. Alle wieder aussteigen. Staunende Gesichter. Zum Glück hatte Rolf einen Teil seines Werkzeuges in einem noch von aussen zugänglichen Schrank, doch dort war nicht das geeignete Werkzeug zu finden, denn wir benötigten eine Metallsäge, um den verriegelten Bolzen durchzusägen. Jeder versuchte in seinen Hosentaschen etwas brauchbares zu finden. Leider erfolglos. Oh ja, da war ja noch das praktische Victorinox-Taschenmesser, das zum Glück in der Fahrerkabine lag.. Damit sollte das klappen. Nach einer halben Stunden war das Schloss dann geknackt. Mit Bolzen abschliessen konnten wir nicht mehr, jedoch hat das Türschloss noch eine zweite Verriegelung und zwar eine Sperre, damit der Öffnungsmechanismus nicht bewegt werden kann. Das musste für die Tour dann eben reichen.
Das nächste Ungeschick sollte nicht weit sein. Am nächsten Tag nämlich, wo wir die Hüttenanlage in Rodeo verliessen, bemerkten wir nicht, dass eine Zierkette am oberen Balken der Ausfahrt zu tief hing als dass die Belüftungshaube des Kühlschrankes durchgepasst hätte. Es waren nur noch die Worte aua – Scheisse – zu vernehmen und da lag das gute Stück auch schon am Boden. Das schon sehr oft bewährte Reparaturklebeband musste erst mal herhalten, bis wir mehr Zeit hatten, dies ordentlich mit GFK-Paste zu flicken. Fast eine ganze Rolle klebte Rolf über das klaffende Loch. Das sollte ja auch einem Regenschauer stand halten. Es konnte weitergehen. Was kommt als nächstes?

Schmuggler in Argentinien und Chile
Um uns an die Höhe anzupassen, übernachteten wir vor der Überquerung über den San Francisco Pass noch auf 3300 m ü.M. Es war schon nach 23 Uhr geworden. Wir sassen gerade so gemütlich bei Puna-Tee und Rotwein-Punch alle im Aufenthaltszelt, als weit in der Ferne von Westen her auf einer kleinen Piste – also von der chilenischen Grenze her – 2 Fahrzeuge sich der asphaltierten Passtrasse näherten. Unser Lager stand etwa in 1 km Entfernung von der Passtrasse. Die Gegend ist für Schmuggler bekannt und es werden auch gelegentlich Kontrollen durch die Gendarmerie gemacht. Wir beobachteten die „Herrschaften“ mit unseren Ferngläsern. Leute stiegen aus den Fahrzeugen, fuchtelten mit den Armen, Gepäck wurde ab- und wieder aufgeladen, dann stiegen alle wieder ein. Die Fahrzeuge fuhren dann nach Erkunden der näheren Umgebung (sie mussten uns wohl gesichtet haben) ziemlich in rasantem Tempo weiter. Das war in Argentinien. In Chile überraschte uns eine Carabineros-Kontrolle als wir früh morgens um 5 Uhr unterwegs zu den Tatio-Geysiren waren. Rolf nahm die steilen Serpentinen wie gewohnt und Fidi brummte genüsslich vor sich hin, als plötzlich vor einer Kurve nur einige Meter vor uns ein blaues Alarmlicht ohne Vorwarnung losging. Vollstop! Es waren draussen etwa -5°C. Wir fanden uns wieder in einem Flutlicht von Scheinwerfern. Hinter uns ein bewaffneter Carabinero und vor uns 3 andere. Einer der Männer befragte Rolf dann, wohin wir denn wollten, wieviele Leute wir wären, welche Nationalitäten etc. – „zu den Tatio-Geysiren wohl“ war die trockene und etwas energische Antwort von Rolf. Der Chef der Truppe bewegte sich dann aus dem Polizei-Fahrzeug und belehrte die „Jungs“, dass wir die Touris wären, die unten im Tal campiert hätten und sie sollten den Weg frei machen. Da war wohl etwas im Spiel – aber das wollten wir gar nicht genau wissen. Rolf legte den Gang ein und weg waren wir. Die Tatio-Geysire zeigten sich dann in spektakulär wie immer im Sonnenaufgang. Frühstück gab es dann vor dieser grandiosen Kulisse auf 4200 m ü.M.

Mundschutz auf 4100 m ü.M.
Der Jama-Pass lag heute vor uns. Nochmals überquerten wir die Anden (4800 m ü.M.). Wir hielten Ausschau nach eventuell blühenden Lupinen in dieser Wüste, was vor ein paar Jahren einmal vorgekommen war. Doch es war dieses Jahr extrem trocken und nichts in dieser Art war zu erspähen, jedoch Vicunas (Fässchen oder auch Tönnchen von Fidibüslern genannt) und Flamingos tonnenweise!!!! Bald erreichten wir die argentinische Grenzabfertigungsstation auf 4100 m ü.M. Es war gerade ein Reisebus bei der Abfertigung. Was wir jedoch sahen, gab uns zu denken. Die Beamten waren alle mit Mundschutz ausgerüstet und durften den ihnen persönlich bekannten LKW-Chauffeuren nicht einmal mehr mit Handschlag begrüssen. Wir erkundigten uns, was denn hier los wäre. „Porcina“ (Schweinegrippe) war die Antwort und es würden an allen Grenzstationen diese Massnahmen für Beamte vorgeschrieben. Es ist zu bemerken, dass über den Jama-Pass Verkehr aus Bolivien her kommen kann. Wir wurden dann abgefertigt, bekamen nach heisser Diskussion mit dem Zollbeamten die immer gewährten 8 Monate für das Fahrzeug nicht sondern nur 3 Monate, was für uns nach der Tour bedeutete, nochmals nach Chile zu fahren, um dann bei der Wiedereinreise nach Argentinien die 8 Monate zu erhalten, was uns dann am LKW-Pass Libertadores (Mendoza – Santiago) gelungen war. Dort hatten wir jedoch nirgends Mundschutzmasken entdecken können und die Beamten verhielten sich völlig normal. Höchstens ein Bildschirmhintergrundbild auf den Computern der chilenischen Zöllnern verriet, dass es Porcina irgendwo geben musste – es war ein Mundschutz tragender Hund war in voller Grösse abgebildet!!! Bei den Argentiniern bei der Einreise in Las Cuevas war ein Sanitätsposten eingerichtet worden mit 2 Ärzten, welche die ankommenden Leute beobachteten und einzelnen Reisenden Fragen zu ihrer Gesundheit stellten. Was mit Leuten passieren soll, welche entsprechende Symptome zeigen würden .... ?

Enttäuschung bei den Ritualsteinen „Los Menhires“
Am letzten Tag der Tour waren wir unterwegs von den trockenen Seite der Präkordilleren auf die tropische Urwaldlandschaft in Tucuman. Die Temperaturen waren angenehm geworden und nachts kühlte es auch hier schon ganz schön ab. Aedes Aegypti war nicht mehr aktiv. Ob die Larven den Winter und das viele Gift, das versprüht wurde überstehen, werden wir nächstes Jahr wissen. Wir wollten noch die Ritualsteine „Los Menhires“ besuchen. Zusammen mit dem aufsteigenden Tropennebel ergaben sich immer tolle Bilder und Stimmungen. Doch wir konnten diese Steine auf dem Hügel nirgendwo mehr erkennen. Wir fuhren 2 Mal um den Hügel – einfach nichts. Die ursprüngliche Piste war abgeschwemmt. Vor Jahren hatten wir vernommen, dass diese Steine von Sprayern verunstaltet worden waren.
Dass diese Steine jedoch dann ausgegraben worden waren und in einen kleinen Park versetzt worden waren, war uns nicht bekannt. Das erfuhren wir dann von der nahegelegenen Tankstelle. Wir haben dann den kleinen Park im nahen Dorf besucht. Die Steine hatten dort überhaupt keine Ausstrahlung mehr, sie standen nebeneinander aufgereiht in maximal 2 m Abstand – eine riesige Enttäuschung.

Oben 2 Bilder wie es dort einmal war.


Pannen:
Fidibus: keine
Camper: ein kaputter Türschlosszylinder und 1 abgerissene Kühlschrankbelüftungshaube

Schlusswort
Immer neue Routen spornen uns an mit diesen Touren weiterzumachen. Wir haben die Tour Andenhochland/Atacamawüste für 2010 schon entsprechend angepasst und werden dann über den Sico-Pass anstatt den Jama-Pass nach Argentinien zurückkommen.
Auch in Patagonien steht für die Süd-Nord Route im Februar 2010 eine neue Route bevor. Wir werden in Punta Arenas starten und in Concepcion in Chile die Tour beenden. Die Nord-Süd Tour im Dezember/Januar wird in der Routenführung beibehalten nur das Tourende wird in Punta Arenas sein anstatt in Rio Gallegos.

Die neuesten Tourenbeschreibungen sind bereit. Wir versenden diese auf Anfrage.

Neueste Fotos von der ganzen Saison 08/09
Sind aufgeladen auf
http://fotoservices.bluewin.ch/fotopage/fidibustours/


Mehr

fidibusteam
Fidinews der letzten Saison 2008/2009 Teil 1 5 Sterne
Erkundung neuer Strecken auf Feuerland (Chile) und der chilenischen Festlandprovinzen Ultima Esperanza (Puerto Natales), Magellanes (Punta Arenas)

Gegen Weihnachten waren wir schon sehr weit südlich unterwegs. Wir wollten ja noch neue Strecken südlich von Punta Arenas und auf Feuerland erkunden. Auch den Torres del Paine Nationalpark hatten wir abzuchecken, da es sehr viele Regenfälle gegeben hatte. Besonders hatte dabei überrascht, dass der Rio Serrano schon einen sehr hohen Wasserstand führte und der Lago Grey absolut Hochwasserstand erreicht hatte. Der Wanderweg über den Damm zur Halbinsel, die mittlerweile zur Insel geworden war, musste gesperrt werden. Die Enttäuschung vieler Besucher war gross, denn das Highlight fehlte ganz einfach. Eisschollen waren fast keine vorhanden. Alles war offenbar schon geschmolzen. Es war viel zu warm für die Jahreszeit. So konnten wir nur hoffen, dass bis zum Februar die Situation sich wieder bessern würde, denn wir wollten ja schliesslich auf den Whisky on the Rocks mit uraltem Gletschereis zusammen mit unseren Gästen nicht verzichten.

Feuerland hat nun einige Kilometer neue Strecken Richtung Beagle-Kanal auf der chilenischen Seite. Einige Chilenen waren schon dort, wie uns verschiedentlich berichtet worden war. So konnten wir es auch nicht lassen, dies auszukunden. Denn dies wäre für zukünftige Touren in den extremen Süden sehr attraktiv, vorallem da die Chilenen vom Nordufer des Beagle-Kanals eine Fähre nach Puerto Williams planen, sobald die Strasse fertig gestellt ist.
Bis zum Lago Deseado sind wir schon letztes Jahr vorgedrungen und diesmal gings weiter über einen weiteren Pass bis zum Lago Fagnano Westufer. Nur 10 km trennten uns noch vom nächsten Fjord, doch die Bauarbeiter liessen uns nicht passieren. Es waren immer noch Sprengarbeiten im Gange. Die Strasse wird hoch über dem Nordufer des Lago Fagnano geführt mit genialen Aussichtspunkten nach Westen, Süden und Osten. Die erste Kette der Darwin-Kordillere war schon zu erkennen. Die Spuren der neuen sich in Bau befindenen Strasse am Südufer des Lago Fagnano konnten wir auch schon erkennen. Wir sind gespannt wie weit wir nächstes Jahr kommen werden.

So kehrten wir nach einigen Tagen wieder auf das Festland zurück. Eine weitere Strecke wollten wir erkunden, die ebenfalls geplant wird auszubauen und eine direkte Verbindung nach Puerto Natales dem Fjord entlang geben wird. Von Süden her war noch nichts im Bau, jedoch von Seite Puerto Natales Richtung Süden wohl. Eine neue gut befestigte Strasse führt durch den Urwald, vorbei am See Anibal Pinto und farbigen Lagunen, durch riesige in allen Farben leuchtende Torffelder (Turbals) zum Fjord Obstruccion. Wir konnten bis zur verlassenen Estancia Maria Sofia fahren. Dann ging die Piste nur noch über den Strand weiter bis zur Estancia Rio Blanco. Mit Fidi’s Gewicht war dies jedoch nicht zu empfehlen. So erkundeten wir die Gegend zu Fuss weiter. Sobald diese Strecke fertig gestellt sein wird, werden wir auch diese sensationelle Gegend unseren Gästen zugänglich machen.

Da mit Lachsfang im Rio Serrano (Torres del Paine Nationalpark) wegen zu hohem Wasserstand nichts los war (die Ufer waren immer noch fast überschwemmt), zogen wir ins weiter nördlich gelegene Baguales-Gebirge, wo wir einen Platz zum angeln schon lange kennen. Wir waren dort so erfolgreich, dass wir einige Kilo Lachs einfrieren mussten. Vielleicht würden wir noch Globetrotter treffen, die auch gerne Lachs essen. Es kam dann auch so. Los Noldis (Noldi, Silvie & Kinder Anouk und Djamila) mit dem Pick-up-Camper MAX tummelten sich schon in der Gegend, wie wir aus einigen e-mails und Sms entnehmen konnten. Die Verabredung stand fest. Punta Arenas Copec Tankstelle Tres Puentes. Wo so zwei sehr ähnliche Fahrzeuge standen, wurde sogar bei den Chilenen dumm geguckt. Winke-winke überall. Bis zum südlichsten Punkt des amerikanischen Festlandes sind wir zwar nicht gekommen, jedoch fast bis zum Cabo San Isidoro, welches sich nur 33 Wanderkilomerter davor befindet. Nach kurzer Flussdurchquerung stand dann auch unser Lager am Rio San Pedro. Neben Fachsimpeln über Ford F350 Superduty und Bigfoot-Camper waren Holz sammeln, hacken, sägen, Lagerfeuer machen, wandern und eben Lachs essen angesagt. Wer sich für die Details dieses Treibens interessiert, kann dies auf Noldis Blog mit Datum 24.2.09 nachlesen http://syno.romandie.com unter „Druidenkünste“.
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Tour Patagonien Süd-Nord Februar 2009

Bald wurde es Februar und wir trafen die letzten Vorbereitungen für die bevorstehende Tour. Nach Mitternacht holten wir dann unsere Gäste am Flughafen in Rio Gallegos ab. Der Wetterbericht verkündete nichts schlimmes und so konnten wir am übernächsten Morgen die Ruta 40 bis zur chilenischen Grenze trocken unter die Räder nehmen.
Puerto Natales zeigte sich wie oft bewölkt, Richtung Torres del Paine jedoch sonnig. Wir waren gespannt, ob der Wasserstand des Rio Serrano nun zurück gegangen war und ob der Damm zur Halbinsel am Lago Grey wieder begehbar wäre. Eine Supersicht auf das Paine-Massiv und den Grey-Gletscher kündigte einen schönen Abend an. Doch schon vom Aussichtspunkt auf den Rio Serrano mussten wir feststellen, dass der Wasserstand noch gestiegen war. Der Campingplatz war teils überschwemmt und aus Sicherheitsgründen geschlossen worden. So mussten auch wir zum Campingplatz weiter nördlich im Park fahren. Am nächsten Tag am Lago Grey hatten wir jedoch Glück. Der Damm war wieder frei und viele Eisschollen hatten sich ganz in die Nähe geschoben. Unser Whisky on der Rocks mit millionenjahrealtem Eis war gesichert.
Auch die Laguna Azul am Nordende des Parks war auf Höchststand. Der Campingplatz liegt jedoch genug hoch und war nicht bedroht. Die Sicht auf die Torres del Paine war einmalig mit einem fast unbeschreiblich intensiven Sonnenuntergang mit feuerrotem Himmel. Wildgänse, Kibitze und Guanakos tummelten sich an der Laguna. Unser Asadito (Grillabend) war auch gesichert.
Am nächsten Tag zeigten sich graue Wolken und die Torres hatten sich unter eine Decke gelegt.
Calafate zeigte sich wieder einmal von der windigen Seite. Doch trotz Wind hingen graue Wolken in den Anden. Doch die Eisabbrüche am Perito Moreno Gletscher blieben trotzdem nicht aus.
Das absolute Abenteuer begann jedoch in El Chalten am Fusse des Fitz Roy. Schon von der Ruta 40 aus konnten wir erkennen, dass Fizi sich nicht zeigen möchte. Am nächsten Tag wollte der Regen bis zur Mittagszeit nicht aufhören. Doch dann kam die Sonne doch noch etwas durch. Die Wanderung zum Lago Capri und Torre Gletscher war doch noch möglich. Fizi zeigte jedoch nur seine Flanken. Die Wetterprognosen versprachen für die kommenden Tage nichts aussergewöhnliches ausser wenige Schauer. Es sollte dann jedoch anders kommen.

Früh morgens starteten wir zum Lago Desierto Südufer, um das Boot zum Nordufer zu erreichen. Der anfänglich leichte Schauer ging langsam in intensiven Regen über. Am Nordufer ging die Trekkingtour für unsere Gäste los. Zu Pferd sollten sie um die Mittagszeit los. Mit 4 Stunden Verspätung kam der Guia mit den bestellten Pferden an. Nach 6 Stunden erreichten unsere Gäste die Estancia Candaleira Mancilla (Chile) am Lago O’Higgins, um am nächsten Tag die Bootsfahrt zum in den See kalbenden Gletscher O’Higgins und die Überfahrt nach Villa O’Higgins zu unternehmen. Wie wir später vernehmen konnten, war das sonst regulär fahrende Boot schon seit Tagen nicht mehr auf See wegen starken Unwettern. Schon viele Leute waren hier gestrandet, vorallem Radfahrer. Die Estancia drohte aus allen Nähten zu platzen.
Wir mussten mit Fidi wie geplant die Umfahrung über die Ruta 40, Paso Roballos, Cochrane, Puerto Yungay nach Villa O’Higgins fahren (ca. 1000 km), da es keine Strasse von Lago Desierto (Argentinien) nach Villa O’Higgins (Chile) gibt.
Auch wir sollten noch unsere Wunder erleben!!! Schon auf der Ruta 40 hatten wir uns beeilt, da schwarze Regenwolken uns stetig verfolgten. Wir fuhren bis in die Nacht hinein und übernachteten kurz vor der argentinisch/chilenischen Grenze. Schon im Morgengrauen herrschte Sturm und Windböen bis über 100 km/h. Wo ich bei der Zollabfertigung das Zollhaus verliess, erwischte mich eine so starke Bö, dass es mir meine Brille von der Nase blies. Etwa 20 m weiter hatten wir meine Brille wieder gefunden (alle Gendarmen hatten sich an der Suche beteiligt!!!) Leider war das Gestell etwas verbogen und musste zurechtgebogen werden.
Später auf der Carretera Austral hatte es dann keinen Wind mehr und der Regen blieb vorerst auch aus. In Cochrane kauften wir für 4 Tage ein – da hatten wir wohl einen guten Riecher gehabt.
Heute wollten wir noch ein Stück südlicher fahren und dann am nächsten Tag Villa O’Higgins erreichen. Am Abend war die Sicht noch sehr gut auf all die umliegenden Berge und Gletscher. In der Nacht begann es jedoch zu regnen. So machten wir uns am nächsten Tag auch schon früh auf nach Süden. Wir kamen nur bis zum Rio Baker, denn was vor uns lag, war keine Strasse mehr, sondern ein Kanal voll Wasser durch den Urwald. Mit der Zeit gesellten sich noch einige Allradfahrer zu uns. Es wurde heftig diskutiert über die Wassertiefe, eventuelle Löcher, Strömungen und vorallem wie das andere Ende und der weitere Verlauf der „Strasse“ wohl aussehen möge. Wir wussten es schon, denn ich hatte zuvor die Situation schon in Gummihose und Sandalen erkundet. Ich bin nur ca. 50 m weit gekommen, dann stand mir das Wasser schon über Mitte Oberschenkel – eindeutig zuviel für Fidi und auch den anderen hier gestrandeten Allradfahrern war das zuviel. So konnten wir heute jedenfalls nicht weiterfahren. Wir verbrachten die Wartezeit mit Angeln an kleinen Bächen, wohin sich die Fische vor der starken Strömung des Hochwassers offenbar geflüchtet hatten. Rolf war erfolgreich und zog eine 58 cm Braunforelle aus einer tiefen Stelle eines kleinen noch klaren Baches. Für nur uns 2 wäre das zuviel zum Abendessen geworden, deshalb haben wir die Filets eingefroren, damit unsere Gäste auch etwas davon bekommen sollten. Der Regen hatte nachgelassen und es wurde abends etwas heller. Sogar die Abendsonne kam zeitweise durch.
Am nächsten Morgen machten wir uns früh auf. Um 8 Uhr standen wir schon wieder an der Stelle, wo es vortags nicht mehr weitergegangen war. Der Wasserstand war soweit gefallen, dass die Strasse teilweise wieder sichtbar wurde (kleine Inseln im Kanal). Rolf wollte es genau wissen und durchwatete die ganze Strecke. Am anderen Ende der überschwemmten Strasse (ca. 300 m) schwamm ein Pickup bis zum Dach im Wasser. Dort war noch keine Durchfahrt möglich. Wir machten eine Wasserstandsmarkierung, um die Geschwindigkeit des sinkenden Wasserstandes besser beobachten zu können. Wir benötigten noch 20 cm weniger Wassertiefe, dann könnte es klappen. Pro Stunde sank der Pegel um 4 cm. So könnten wir nach weiteren 5 Stunden Wartezeit durchfahren. Wir entschlossen uns wieder zurück nach Cochrane zu fahren (ca. 100 km), um weitere Wetterbedingungen in Erfahrung zu bringen und nicht zuletzt auch unsere Gäste in Villa O’Higgins zu informieren. Wieder zurück in Cochrane wurden wir regelrecht von Globetrottern, Radfahrern und anderen Touristen mit Fragen überhäuft, wie denn die Strasse aussehen würde und wo genau der Unterbruch wäre. Die örtlichen Behörden wussten anscheinend nichts genaues. Einige Telefonate, Internet, nochmals Einkauf und Tanken. So zogen wir nachmittags wieder los Richtung Süden bis zur kritischen Stelle. Nun war die Strasse wieder etwas mehr sichtbar. Gerade so schafften wir die Wasserdurchfahrt, doch war es inzwischen schon fast 17 Uhr geworden. Die letzte Fähre über den Mitchell-Fjord fuhr um 18.00 Uhr ab Puerto Yungay – einer chilenischen Militärsiedlung mit nichts ausser einem Strassenbauercamp, ein paar Cabanas als Notunterkünfte für Touristen und viel Strand zum campieren. Wir verpassten die Fähre leider um 10 Minuten. So mussten wir auch hier nochmals eine Übernachtung in Kauf nehmen. Der Regen hatte leider wieder eingesetzt und wurde immer stärker. Die ganze Nacht kam es sintflutartig runter. Guten Mutes setzten wir am nächsten Morgen mit der ersten Fähre um 10 Uhr über den Fjord, der einer braunen Brühe ähnelte. Der Rio Bravo hatte ebenfalls Hochwasser. Gerade noch schafften wir die kritischsten Stellen dem Fluss entlang, die Wassertiefen lagen auch schon bei Knietiefe mit Tendenz steigend. Die PKW blieben alle zurück – auch einige Pick-ups wagten es nicht. Von den steilen Bergen ergossen sich riesige Wasserfälle, die teilweise die Strasse übersprühten. War das die Sintflut? Es regnete weiter ziemlich stark. Wie Einheimische berichteten, war das der fünfte Tag in Folge mit starkem Regen – dies wäre seit sie hier siedeln noch nie vorgekommen (einige Siedler sind schon über 30 Jahre hier).
Noch trennte uns ein Pass von unserem Ziel Villa O’Higgins. Doch dort gab es auch viele Flüsse. Und es kam wie es kommen sollte – der Rio Colorado war ebenfalls über die Ufer getreten und die Strasse war einfach für ca. 100 m verschwunden. Starke Strömung herrschte. Nur der Gedanke an einen Versuch wäre schon fatal gewesen. Rolf untersuchte die Wassertiefe, kam jedoch wegen der starken Strömung nicht weit. Auf jeden Fall lag die Strasse mehr als 1 m unter Wasser. Unsere Gäste in Villa O’Higgins mussten sich gedulden, denn unsere Ankunft dort verspätete sich bestimmt nochmals um 1 Tag. Es kam dann doch noch anders. Auf der Strecke hierher hatten wir noch einen Globetrotter am Rio Bravo campieren gesehen. Da wir eh auf den tieferen Wasserstand warten mussten, wollten wir die Strecke nochmals zurückfahren, um zu ihm zu gelangen. Wir trafen das Unimog-Gefährt dann auch. Da sie nordwärts unterwegs waren, gab ich eine Mitteilung über unsere verspätete Ankunft mit, die sie hätten in Puerto Yungay bei den Strassenbauern abgeben können, damit per Funk Villa O’Higgins hätte informiert werden können. Wie wir später erfahren konnten, kam jedoch auch der Unimog nicht mehr weiter Richtung Norden.
Wir fuhren wieder zurück zur überschwemmten Stelle am Rio Colorado. Der Wasserpegel schien zu fallen, denn einige Steine wurden im Wasser sichtbar. Die Strasse war offenbar abgeschwemmt. Rolf tastete sich mit Sandalen und Gummihose durch die Stelle. Auf der anderen Seite stand ein älterer Mann, der gleich um den nächsten Hügel seine kleine Siedlerhütte hatte. Er hatte noch grosse Steine mit Pickel und Brecheisen von der Strasse entfernt, damit die Auffahrt vom Fluss frei war. Auch er versuchte den Zustand der Situation zu erkunden. Traute sich mit seinen Stiefeln jedoch nicht ins Wasser.
Nach 5 Stunden Wartezeit war das Wasser soweit zurückgegangen, dass es keine Strömung mehr gab und die Überbleibsel der Strasse knapp sichtbar wurden. Nach uns waren keine Autos mehr durchgekommen, offenbar blieben alle hinter der Stelle am Rio Bravo hängen.
Hier war nun Strassenbau angesagt. Vialidad Suiza in Aktion: Steine hinschleppen und das Überbleibsel (halbe Spur) soweit verbreitern, damit Fidi passieren konnte. Und auch ein riesiger Stein musste noch weggeschoben werden. Nach 1 Stunde hatten wir auch das geschafft. Vorsichtig tastete sich Fidi über die gelegten Steine. Geschafft. Nun waren es noch wenige Kilometer bis Villa O’Higgins. Es war inzwischen schon wieder 17 Uhr geworden. Der Regen hatte zum Glück nun aufgehört. Doch da war noch der Damm am Südufer des Schwanensees, ca. 10 km vor Villa O’Higgins. Glücklicherweise war dieser nicht mehr total überschwemmt, doch viel fehlte auch jetzt nicht. Um 19 Uhr fuhren wir als einzige an diesem Tag in Villa O’Higgins bei Sonnenschein ein. Fidi kam durch!!! Wir haben von Cochrane 3 Tage bis nach Villa O’Higgins gebraucht (230 km). Hier hängengebliebene Touristen schauten uns verwundert nach und einige wollten auch gleich wieder den neuesten Status von uns erfahren.
Kaum am Dorfplatz angekommen, trafen wir auch schon auf unsere Gäste, die gerade mal zu Fuss unterwegs waren, was während der letzten 48 Stunden wegen starken Regens offenbar nicht mehr möglich gewesen war. Sie waren jedoch in der gemieteten Hütte gut untergebracht. Auch der Bootsausflug zum Gletscher am Sonntag konnten sie bei schönstem Wetter ohne Wind erleben. Die Tour war nun 1 Tag verspätet, jedoch konnten wir dies wieder locker einholen.
Bei Pisco Sour (chilenisches Nationalgetränk) haben wir dann das Fischräuchern eingeleitet. Die Riesenfilets mussten ja schliesslich gegessen werden. Alle hatten sehr viel zu berichten über die Ereignisse der letzten Tage seit unsere Gäste zur Trekkingtour vom Lago Desierto nach Villa O’Higgins aufgebrochen waren.
Nun Regen war vorerst nicht mehr in Sicht. Wir starteten am nächsten Morgen früh. Wir wollten heute wieder Cochrane erreichen, dann hätten wir die Verspätung wieder aufgeholt. Doch es kam wieder anders. Schon nach dem Pass am Rio Colorado, wo wir ja vortags schon gewartet hatten, kündeten dunkle schwarze Wolken Dauerregen an. Der Wasserstand des Rio Colorado war inzwischen wieder auf Normal gefallen, unsere Baustelle noch intakt und Fidi konnte wieder darüber hüpfen. Die Differenz des Wasserpegels seit dem Vortag war hier etwa 5 m. Man konnte es sich nicht mehr vorstellen, wie das war, wo der Fluss die Strasse knietief bedeckt hatte und eine starke Strömung jegliche Durchfahrt verhindert hatte.
Es wurde immer dunkler. Die Wasserfälle wuchsen wieder an. Der Pegel des Rio Bravo auch. Gas geben, damit wir noch durchkommen. Wir schafften es bis zur ersten Fähre um 10 Uhr. In Puerto Yungay angekommen, durften wir vom Fährmeister vernehmen, dass die Strasse nach Cochrane unterbrochen wäre und alle Touristen nach Tortel müssten. Ja, dorthin wollten wir ja auch, jedoch wollten wir am gleichen Tag nach Cochrane weiter. Nein, es ging beides nicht wie wir bald feststellen durften.
Es regnete inzwischen nur noch leicht. Fidi führte wieder mal die ganze Kolonne an. So kamen wir als erste an der abgeschwemmten Stelle der Strasse nach Tortel an. Wassertiefe 1 m. Abgebrochener Absatz der Strasse 60 cm. Rechts und links nur Wasser. Kein Weiterkommen. Alle drehen und hoffen auf Cochrane. Doch nach weiteren 20 km nach der Abzweigung nach Cochrane war der Rio Baker soweit über die Ufer getreten, dass die Strasse mehr als 1 m unter Wasser lag und die Hütten der Siedler im Wasser standen. Es war noch schlimmer als am Sonntag. So waren hier so ca. 10 Pickups, 5 PKWs, 1 LKW, 1 Unimog und Fidi eingeklemmt. Die Strassenbaumaschine stand bereit. Es regnete nur noch leicht. Der Wasserstand schien zu sinken – jedoch sehr langsam. Evakuierungsboote waren auf dem Rio Baker unterwegs. Helikopter erkundeten das Überschwemmungsgebiet von der Luft aus. Ein Evakuierungsboot legte auch bei uns an. Gleich haben wir mit den Evakuierungsverantwortlichen vereinbart, dass sie unsere 3 Gäste nach Tortel mitnehmen. Wir wollten beim Fidi bleiben, denn es drohte noch eine andere Gefahr. Ein Gletschersee, der sich im Campo de Hielo Norte gebildet hatte, war kurz vor dem überlaufen. Sollte der Eisdamm brechen, hätte dies bedeutet, dass der Rio Baker für kurze Zeit nochmals 2 m angestiegen wäre. Wir wurden von den Evakuierungstrupps angewiesen mit allen Fahrzeugen eine höher gelegene Stelle einzunehmen. Unsere Gäste und einige Siedler wurden dann nach 2 Stunden von einem Boot abgeholt und ins sichere Tortel gebracht. Tortel drohte an diesem Tag auch aus allen Nähten zu platzen, denn Touristen konnten nicht weg und evakuierte Siedler und Touristen kamen neu dazu. Unseren Gästen wurde vom Touristensekretariat von Tortel ein angenehmes Hostal vermittelt.
Wir bezogen unseren Übernachtungsplatz auf einer 50 m höher gelegenen Stelle zusammen mit dem Globetrotter (Unimog), welchen wir ja tags zuvor am Rio Bravo getroffen hatten. Ein klares Flüsschen versprach Fisch. Doch die Strömung war sehr stark. Ich versuchte es trotzdem. Hatte auch bald eine grosse Forelle dran, konnte diese wegen der starken Strömung leider nicht an Land ziehen. Schade. Die Forelle hatte gewonnen.
Am nächsten Morgen sah es wettermässig schon ganz gut aus. Die Sonne schien und nur noch Restwolken trauten sich in die Nähe. Die Berge waren verschneit bis weit in den Urwald hinein. Wir wollten zuerst die Stelle am Rio Baker erkunden, ob ein Durchkommen dort heute überhaupt möglich wäre. Der Baggerfahrer war mit seinem gelben Ungetüm schon unterwegs. Der Wasserstand war soweit gefallen, dass die Strasse zu 50% wieder sichtbar wurde. Wir wollten es austesten und fuhren mal durch. Es ging, glutschte jedoch noch ganz schön an den Türen. Wir trafen noch einen Belgier, der bei dem Strassenbaucamp übernachtet hatte. Er wäre gestern Abend noch durch den Fluss gewatet – dies nur in T-Shirt und Badehose (Wassertemperatur ca. 16 Grad) und sein Rad wäre wie ein Boot gewesen, da die wasserdichten Sacoche wie Auftriebskörper gewirkt hätten. Er hätte nun alles wieder getrocknet und würde nun weiterfahren.
Kurz später waren wir wieder zurück an der Abzweigung nach Tortel und fuhren bis zur Stelle, wo wir gestern umdrehen mussten. Der Bagger war hier noch nicht in Sicht. Das Wasser war zurückgegangen, jedoch die Abbruchstelle musste abgegraben werden. Anstatt untätig warten, legte Rolf mit der Schaufel schon mal los und ich machte mich zu Fuss in Sandalen und Gummihose auf, um den weiteren Zustand der Strasse zu erkunden. Den Funk nahm ich auch mit, um mit Rolf kommunizieren zu können. Es gab noch einige Passagen, die noch immer unter Wasser waren, jedoch nicht mehr als knietief. Das war zu schaffen. Als ich schon 5 km unterwegs war, berichtete Rolf, dass der Baggerfahrer mit der Maschine nun gekommen wäre. Er hätte mit ihm auch noch ausgemacht, dass wir etwas Diesel von ihm kriegen, da wir ja viel mehr Kilometer verfahren hatten als geplant war. Der Bagger voraus und Fidi als einziger im Gefolge – so erreichten wir eine Stelle wo ohne Baumaschine nichts mehr gegangen wäre. Ein Damm von über 2 km Länge alle 200 m von Wasserläufen unterbrochen. Alles musste zuerst aufgeschüttet werden. Am Ende lagen noch 2 Autos im Wasser, deren Fahrer wohl die Geduld verloren hatten und endlich hier raus wollten. Es hatte sich offensichtlich nicht gelohnt. Der Bagger musste zuerst beide aus der misslichen Lage befreien. Ein Haufen Leute standen diskutierend und gestikulierend überall rum. Endlich war der Weg frei nach Tortel. Zuerst die Baumaschine dann Fidi fuhren als erste in Tortel ein. Verwunderte Gesichter überall. Fragen über Fragen nach der Situation. Wir hatten jedoch nicht lange Zeit und wollten unsere Gäste finden. Rolf beauftragte die Carabinieros und ich machte mich mit dem Funk auf ins Dorf all die steilen tausend Treppen hinunter. Tortel kannte ich ja und maschierte direkt zum Restaurant, wo wir immer essen gewesen waren. Der Besitzer erkannte mich sofort. Er telefonierte herum und fand unsere Gäste gemäss meiner angegebenen Beschreibung und der Namen. Rolf funkte fast gleichzeitig durch, dass die Carabinieros ebenfalls erfolgreich gewesen wären. So trafen wir uns alle auf dem Parkplatz wieder. Alles wieder eingeräumt, zogen wir sofort Richtung Cochrane weiter, denn wenn der Regen nochmals kommt, würden wir hier nochmals stranden.
Wir wurden informiert, dass die kritischen Stellen am Rio Baker nun problemlos zu passieren wären, doch es würde weiter nördlich noch ein Stück abgeschwemmte Strasse geben, wo jedoch der Bautrupp eine Notpassage herstelle. Beim Baggerfahrer haben wir dann noch die fehlenden Liter Diesel getankt und schon waren wir unterwegs. Alles ging glatt, es regnete nicht mehr, das fehlende Stück Strasse war schon wieder hergestellt und wir erreichten Cochrane abends um 18 Uhr.
Hier erfuhren wir, dass die Strasse weiter nördlich ebenfalls unterbrochen wäre und die ganze Carretera Austral Richtung Coyhaique von verschiedenen Flüssen überschwemmt worden wäre. Die Strassenbauer wären jedoch vor Ort am reparieren.
Am nächsten Morgen haben wir dann bei der Tankstelle erfahren, dass der Vulkan Chaiten wieder ausgebrochen wäre und die Aschewolke wieder Futaleufu, Trevelin und Esquel erreicht hätte. Der Passübergang wäre geschlossen. Wir hatten sowieso einen Passübergang weiter südlich eingeplant. Auf der Strecke nach Coyhaique waren die Spuren der Überschwemmungen noch überall zu sehen. In Palena, wo wir wieder nach Argentinien fuhren und in Corcovado auf der argentinischen Seite beschrieben uns die Leute, wie es innerhalb 1 Stunde dunkel wie die Nacht geworden wäre.
Die Tour konnte planmässig weiter gehen, der Vulkan hatte sich wieder beruhigt, Regen war nicht mehr in Sicht.

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Schon wieder Streiks in Argentinien – diesmal sind es die Dozenten
Kaum hatten wir uns von unseren Gästen in Puerto Madryn verabschiedet, wartete die nächste Überraschung auf uns.
Schon aus der Zeitung haben wir erfahren, dass die Dozenten mehr Lohn wollen. Schon seit 1 Monat fanden offenbar immer wieder Demonstrationen in den Provinzen Buenos Aires, Rio Negro und Neuquen statt. Sie reklamieren 400 pesos mehr Minimalgrundlohn. Doch die Regierung will nichts davon wissen. Es wurden doch immerhin 200 pesos mehr angeboten, jedoch damit geben sich die Dozenten nicht zufrieden. Es droht nun, dass der Streik landesweit ausgerufen wird.
Wir haben schon auf unserer ersten Strecke Richtung Mendoza mit den streikenden Dozenten Bekanntschaft gemacht, da sie die ganze Ruta 3 und 22 an mehreren Orten gesperrt hatten. Wo wir an die gesperrte Stelle der Ruta 3 bei Sierra Grande angekommen waren, teilte uns die Polizei mit, dass wir hier warten müssten, die Strasse wäre gesperrt. Wir sahen jedoch einen einheimischen LKW auf einer Sandpiste fahren. Das können wir auch. Der kleinen Sandpiste hatten die Dozenten zuwenig Beachtung geschenkt, niemand war von den Streikenden genug schnell zur Stelle. Schnell räumten wir die Steine weg und Fidi spurtete durch. Fassungslose Gesichter schauten uns nach. Beim Wiedereinbiegen auf die Asphaltstrasse wies uns die Polizei noch extra sauber ein und wünschte uns gute Fahrt. Die LKW-Schlange hatte sich schon auf mehrere Kilometer angestaut. Fidi kam wieder einmal mehr durch!!! Die zweite Sperre (mehrere Stunden später) im Tal des Rio Negro (Alto Valle) bei Villa Regina wurde zum Glück gerade aufgelöst und nur noch Überreste von brennenden Reifen und ein Riesenzeltlager zeugten von diesem unsinnigen Treiben. LKW’s mit Obstgütern aus diesem Tal (ein wichtiger Exportteil) standen stundlang in der sengenden Sonne bei über 30 Grad. (Dozenten sollten eigentlich etwas mehr Intelligenz zeigen). Unfälle von genervten und übermüdeten Autofahrern waren überall an der Strecke zu sehen. Es herrschtete eine sinnlose Nervosität auf dieser Strecke. Leider einmal auf dieser Strecke unterwegs, kann diese wegen der Sperren nicht mehr verlassen werden. Schulanfang wäre gewesen, fand jedoch wegen der Streiks natürlich nicht statt. Die dritte Sperre war zum Glück aufgelöst. Wir sind bis in die Nacht hinein gefahren, denn jederzeit können die Sperren wieder hergerichtet werden. Für die Woche vor Ostern (Semana Santa) wollen die Dozenten den ganzen Touristenverkehr behindern.

Pannen:
1 Platten, 1 Keilriemenspanner defekt, 1 geplatzte Dichtung in der Verschraubung der Dieselretourleitung


Mehr

ImmerAufAchs
Mendoza - die etwas andere Stadt 3 Sterne
Nachdem ich schon einige argentinische Großstädte gesehen hatte, war ich ziemlich überrascht als ich nach Mendoza kam. Alles scheint hier deutlich weniger hektisch und wesentlich organisierter zu zugehen. Es wirkt fast so, als würde es eine mit europäischen Städten vergleichbare Ordnung geben. Auch ist die Stadt wesentlich grüner als andere Großstädte des Landes. Die erstaunlich hohe Anzahl an Bäumen fiel mir sofort auf. Man kann die Stadt problemlos auf eignene Faust erkeunden, oder sich auch einer geführten Tour anschließen.

Mehr

valpo123
Exorzismus in der Jesuitenkirche in Mendoza 5 Sterne
Eine meiner bisher aufregensten Reiseerfahrungen war die Messe in der Jesuitenkirche in Mendoza im November vergangenen Jahres. Jeden Freitag um 20 Uhr findet dort eine riesige Messe statt, geleitet von einem brasilianischen Prädiger mit großen Unterhaltungstalent. Die Kirche fasst bestimmt über 3000 Gläubige und zufällige Besucher wie Meinereiner und ist für jedermann zugänglich. Zunächst schien mir die Messe noch recht amüsant als es darum ging den richtigen Weg Jesu Christi zu finden, jedoch hatte das, was da geprädigt wurde mehr mit Marketing als mit religiöser Überzeugung zu tun. Dennoch war es sehr interessant die Leute zu beobachten, wie sie sich alle Stück für Stück in Trance fielen ließen, um ihrer Besessenheit freien Lauf zu lassen. Als dann plötzlich von Dämonen die Rede war wurde mir sichtlich unwohler. unglücklicherweise war ich mitten in einer Menge in Trance verfallener Menschen, die sich gegenseitig ihre Dämonen austreiben wollten. Über 45 Minuten habe ich gebraucht, um mich durch die Menge zu quätschen und all die Besessenen abzuwimmeln, die glaubten mir den Dämon austreiben zu müssen. Es war wirklich ein sau irres Erlebnis, zu sehen wie schnell Menschen in eine Massenbesessenheit verfallen können und nicht mehr wiederzuerkennen sind.

Mehr

Manaya
Mit dem Rad durch die Weinanbaugebiete 4 Sterne
Argentinien. Mendoza. Hier ist das Weinanbaugebiet schlechthin. Außerdem gibt es die Schokoladenköstlichkeiten zuhauf und einiges mehr. Wenn Du in Mendoza bist, fahr raus zu den Weinanbaugebieten. Das geht einfach per Linienbus- frag dazu einfach in Deinem Hostel- die wissen Bescheid. Dann leih Dir ein Fahrrad für ein paar Stunden und fahr alle Weingüter, Schokoladenfabriken und Olivenbauern ab. Wenn Du das Rad ausleihst, bekommst Du dazu eine Karte. Dort stehen alle Adressen eingezeichnet. Es lohnt sich, denn Du darfst anschauen, wie der Wein entsteht, es gibt Wein-, Oliven, Schokoladen- und Pestoverkostung. (an den unterschiedlichen Orten). Und alle Verkostungen kosten nichts. Dazu noch ein wenig Radfahren. Klasse.

Mehr

Mausli86
Bodega La Rural 5 Sterne
Mendoza ist in ganz Argentinien für seine guten Weine bekannt, vor allem für den Malbec, einen Rotwein. Kein Wunder also, dass es um die Stadt verstreut gleich mehrere Weingüter gibt, die Führungen und Weinproben anbieten. Das Weingut La Rural sollte dabei ganz oben auf der Ausflugsliste stehen. Die Führung ist nicht nur exzellent, die Winzerei beherbergt auch noch das größte Weinmuseum Südamerikas. Ausgestellt werden dabei jede Menge historische Gegenstände rund um die Weinherstellung. Nach der Besichtigung lockt außerdem eine Gratis - Weinverkostung, der Höflichkeit halber gehört es sich aber eigentlich, eine Flasche zu kaufen...


Mehr

Mausli86
Restaurant Cocina Poblana 5 Sterne
Wer mal wieder Lust auf etwas Ausgefalleneres hat als Steaks, der ist in diesem supergünstigen Restaurant genau richtig. Hier gibt es orientalische und für argentinische Verhältnisse richtig ausgefallene Gerichte wie Humus und Falafel, sehr scharf und sehr lecker. Leider ist das beliebte Restaurant nicht ganz zentral, wenn ihr also keine Lust auf einen längeren Spaziergang habt, solltet ihr lieber ein Taxi nehmen.

Mehr

Mausli86
Acuario Municipal Mendoza 1 Sterne
Das städtische Museum erinnert eher an eine Unterwasserfreakshow. Ausgestellt werden widerwärtige Albinofrösche und verschiedene Fischarten, die in kleinen unspektakulären Aquarien vor sich hindümpeln. Am Schlimmsten war allerdings das Wasserbecken, in dem eine einzige Meeresschildkröte traurig ihre Runden schwamm - wenn euch an artgerechter Tierhaltung also etwas liegt, geht am besten gar nicht erst hinein. Meeresschildkröten werden bis zu hundert Jahre alt, aber diese Schildkröte bestimmt nicht.

Mehr

Mausli86
Restaurant Facundo 5 Sterne
Dieses Restaurant ist ein Muss für jeden Fleischliebhaber - das "bife de chorizo" (Lendensteak) wiegt angebliche 600g und hat unsere Erwartungen nicht enttäuscht. Wem das zu viel ist - es gibt auch jede Menge andere (und auch kleinere) Steaks auf der Speißekarte, sowie Salate und Pasta. Eine Weinkarte mit Mendozas besten Tropfen vervollständigt das Ganze. Probieren solltet ihr zum Nachtisch unbedingt den Apfelpfannkuchen - das Ganze ist zwar sehr süß, aber dafür total lecker.

Mehr

Mausli86
Outdooraktivitäten in Mendoza 5 Sterne
Mendoza ist nicht nur für seinen guten Wein und die von gigantischen Platanen gesäumten Straßen bekannt, die nähere Umgebung der Stadt und ihre unmittelbare Nähe zu den Anden lädt zu sportlichen Aktivitäten jeglicher Art ein. Ob Berg - oder Trekkingtour, Wildwasserrafting, Radfahren oder Ausritt in die nahe Halbwüste - das Angebot ist schier unerschöpflich. In Mendoza bieten eine Vielzahl von Reiseagenturen Exkursionen und Ausflüge zu unterschiedlichen Preisen an, meistens kann man auch über Hostels buchen. Also am besten ein bisschen herumfragen und vergleichen - und dann nichts wie los und raus in die Natur!

Mehr

Mausli86
HI Campo Base 5 Sterne
Ein weiteres, sehr gemütliches HI - Hostel, direkt an der großen Plaza gelegen. Wir hatten das Glück, eines der Zimmer mit gemütlichen Kojen zu beziehen (das Ganze hatte ein bisschen den Flair eines Baumhauses), und auch sonst findet man hier alles, was man braucht: Internet (es gibt nur einen Computer, rechnet also mit langen Wartezeiten), eine voll ausgestattete Küche, gemütlicher Gemeinschaftsbereich und eine kleine Dachterrasse. Abends finden im Hostel öfters mal selbst organisierte Partys statt, wer also seine Ruhe haben möchte, steigt hier besser nicht ab. Außerdem werden Bergsteigerexkursionen, Raftingausflüge und Ausritte in die Ausläufer der Anden organisiert.

Mehr



Über uns | Nutzungsbedingungen | Impressum

Copyright © 2006-2017 Paperball GmbH and their respective owners - All Rights Reserved.