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Jamaika - Reiseführer
Jamaika –Urlaubsparadies und Kriminalitätshochburg in einem … Als Willkommensdrink bei der Einreise an einem der beiden internationalen Flughäfen (Montego Bay und Kingston) wird nicht selten Hochprozentiges gereicht: das Nationalgetränk Rum. Wer auf den Geschmack gekommen ist sollte eine der zahlreichen Rum-Destillerien besuchen wie „Appleton Rum“ in St. Elizabeth, mit täglichen Führungen durch einen eigens angelegten Parcour und natürlich Rum-Proben. Der Inbegriff für Jamaika-Tourismus und weltbekannt ist Montego Bay - einer der beiden internationalen Flughäfen und beliebter Ankerplatz für Kreuzfahrtschiffe. Die gleichnamige Ferienbucht mit ihren drei Stränden und dem Korallenriff zählt zu den bekanntesten der Welt. Trotz seines Rufs als Stadt der Drogen bietet Montego Bay viele Sehenswürdigkeiten, für die man durchaus in Kauf nehmen kann, dass einem auf Schritt und Tritt Marihuana angeboten wird. In Montego Bay findet im Juli eines der beiden berühmtesten Reggae-Festivals der Insel statt, das Reggae Sumfest (das andere ist das Reggae Sunsplash in Ochos Rios), ein Augen- und Ohrenschmaus mit Musik und Tanz am Strand! Wer im Februar nach Montego Bay fährt, der kann die Zielankunft einer der berühmtesten Segelregatten der Welt miterleben. Der Pineapple Cup beginnt in Miami und endet nach knapp 1300 km in Montego Bay. Jamaikas Hauptstadt Kingston hat einen schlechten Ruf – zu Recht! Hier gibt es viele gefährlich Viertel, in die sich der Urlauber besser nicht verirrt. Drogendealer und Banden prägen in vielen Bezirken das Straßenbild. Trotzdem ist Kingston das Herz Jamaikas und die Metropole der Insel. Die Stadt besitzt einen wunderschönen Naturhafen, übrigens den größten der Karibik. Eine der Hauptattraktionen ist das Bob Marley Museum im ehemaligen Wohnhaus des Reggae-Superstars. Dort gibt es das Schlafzimmer des Reggae-Gottes mit seiner sternförmigen Gitarre neben dem Bett, den Einschusslöchern in der Rückwand des Hauses, die von einem Attentatsversuch im Jahr 1976 herrühren, und den Baum, unter dem Marley Marihuana geraucht und Gitarre gespielt hat. Ganz in der Nähe von Kingston liegt Port Royal, die frühere Piratenhochburg. Wer sich auf die Spuren von berühmten Vertretern dieser Gruppe machen will, der sollte das Museum an der Spitze der Hafenhalbinsel besuchen, das der Zeit der Piratenherrschaft gewidmet ist. Wer statt Mariuhana-Schwaden lieber feinste Wasserwölkchen um sich haben möchte, der sollte von Kingston aus die 3 km entfernten Dunn's River Falls besuchen. Trotzt Menschenmassen sollte man sich dem Gänsemarsch durch die schäumenden Kaskaden anschließen und in langen Schlangen durchs Wasser waten, das sich über Kalksteinblöcke und -stufen in kleine Becken und schließlich 180 m hinab zum Strand ergießt. Ocho Rios an der Nordküste ist eine Art touristische Drehscheibe. Für Ocho Rios trifft zu, was die Jamaikaner meinen, wenn sie sagen: „Wir sind kein Strand, sondern ein Land!“ Hier lohnt sich ein Blick auf den Markt mit seinem vielfältigen Angebot. Callalou zum Beispiel ist ein Gemüse, das dem Spinat ähnelt und auf Jamaika so häufig gegessen wird wie Spaghetti in Italien. Musik ist das Grundgeräusch auf jedem Markt, man muss nur einer bestimmten Musik folgen, dann kann man sogar auf einer ausgelassenen und fröhlichen Marktdisco landen. Im gut 80 km westlich von Montego Bay gelegenen Negril reiht sich ein Urlaubshotel ans andere. Negril entwickelte sich vom Hippiestrand zu einer der Hochburgen des „All inclusive“–Tourismus auf Jamaika. Angesichts der atemberaubenden Sonnenuntergänge kann man auch leicht auf die Halluzinationen hervorrufenden Pilzomelettes verzichten, die auf sämtlichen Speisekarten zu finden sind. Der Schatz-Strand „Treasure Beach“ verläuft über 4 Buchen, die sich über mehrere Kilometer hinweg südlich der Starve Gut Bay an Jamaikas Südküste erstrecken und nur von felsigen Landspitzen getrennt sind. Romantische korallenfarbige Sandstrände warten hier auf den Entspannung suchenden Reisenden. Im Unterschied zu Negril und Montego Bay bemüht man sich in Treasure Beach, den ursprünglichen Charakter der Landschaft zu erhalten. Mit etwas Glück kann man Meeresschildkröten bei der Eiablage am Strand beobachten. Die Blaue Lagune bei Port Antonio ist eine versteckte kristallklare Bucht mit einer Süßwasserquelle, die zu den schönsten in der Karibik zählt. Hier wurde aber nicht, wie oft behauptet wird, der gleichnamige Film gedreht, sondern „Cocktail“ mit Tom Cruise. Auch für Höhlenforscher ist die Insel, die wie eine Honigwabe anmutet, ein wahres Paradies; besonders im westlichen Jamaika gibt es eine Unmenge von Höhlen, viele davon noch völlig unerforscht. Eine ganz besondere Attraktion sind dabei die Runaway Caves. Auf dem unterirdischen See der Grünen Höhle werden in 35 m Tiefe Bootsfahrten angeboten. Wer vor allem zum Surfen nach Jamaika kommt, sollte nach Long Bay gehen. Die 1,5 km lange, halbmondförmige Bucht mit ihrem rosafarbenen Sand, türkisblauen Wasser und einer kräftigen Brise, die hohe Wellen ans Ufer spült, ist ein Eldorado für Surfer. In Long Bay muss man nicht viel Geld ausgeben, Massentourismus gibt es hier (noch) nicht. Einquartieren kann man sich auf einem bescheidenen Campingplatz oder in einfachen Hütten. Die abenteuerlich erodierte Karstlandschaft des Cockpit Country ist ein Traumziel für jeden Wanderer und Naturliebhaber. Da dieses Gebiet von keiner einzigen Straße durchquert wird, steigt man am Besten in ein Flugzeug oder einen Hubschrauber, um die bizarre Welt zu bewundern. Den besten Zugang zum Cockpit Country hat man von Montego Bay; hier starten Busse nach Clark's Town und Windsor, die am nördlichen Rand von Cockpit Country liegen. Schon mal einen Mango-Kolibri, den Orange Quit oder den Nationalvogel Jamaikas, den Doktorvogel, in der Wildnis gesehen? Wenn nicht, dann sollte man die Rockland Feeding Station in den Bergen bei Montego Bay besuchen. Zu bestimmten Tageszeiten kommen Dutzende, handzahme und seltene Vögel und wollen verköstigt werden. Wem Vögel zu ungefährlich sind, der kann an Krokodil-Safaris auf dem Black River teilnehmen, dem längsten Fluss Jamaikas. Auf dem Martha Brae River wurden früher mit Bambusflößen Bananen, Zuckerrohr und Kokosnüsse in den Hafen gebracht. Heute kann man eine – nicht ganz preiswerte – rund zweistündige Floßfahrt durch den Mangrovenwald genießen. Wer seine Freunde zu Hause mit einer atemberaubenden Fotoaufnahme beeindrucken will, der sollte sich zum schwindelerregenden und 180 m hohen Steilhang Lovers Leap in den Santa Cruz Mountains begeben. Aus der richtigen Perspektive aufgenommen und auf dem Felsvorsprung stehend fühlt man(n) sich schon mal wie in der Marlboro-Werbung.
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